Aufnehmen wie früher

Andy

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Ich muss ein wenig zurück rudern. Dein Post hat mich gestern dran erinnert, dass mein Cubase momentan einfach beschissen läuft und ich letzte Woche beim Starten eine Mittelung bekam, dass die License-Software auf meinem Stick veraltet wäre und ich blablabla machen muss. Was mich einfach nur ankotzt. Da ich Cubase nicht bei denen online registriert habe, weil die einfach zu viel wissen wollen (das ist wirklich verrückt) hab ich aktuell die Befürchtung, dass mir die Lizenz komplett flöten geht.

Fakt ist aber, dass ich mit dem Reglern und der Maus keine Probleme habe und ich mir notfalls eben ein solches "Bedienfeld" kaufen würde, das gibt es von Steinberg auch für Cubase. Kost halt ne Stange Geld. Ich mach aber auch nur Aufnahmen mit Demo-Charakter und verstosse eben gegen meine mir selbst auferlegt Regel, den Audio-PC nur für Audio zu nutzen... Du könnstest aber ja auch mit dem Pult aufnehmen und dann die Spuren in der DAW laden...

Fakt ist aber auch, dass ich mit den ganzen Tools Sounds hinbekomme, von denen ich vor 20 Jahren geträumt habe und dass man zuhause einfach mal schnell was aufnehmen kann. Inklusive Drums, Keys usw... und das mit einem wirklich amtlichen Sound, ohne viel tun zu müssen. Was war das früher für ein Akt.

Und noch ein gaaanz wichtiger Punkt, der bei mir gestern komplett unterging. Auch wenn die letzten Jahre nichts wirklich dabei herum kam, Cubase hat mir die Möglichkeiten einer Arbeitsweise eröffnet, die es früher so nicht gab. Wir (damit meine ich alle, mit denen ich was mache oder gemacht habe) haben heute nicht mehr die Zeit von früher, weil wir Jobs haben und vielleicht auch eine Familie, die einfach Zeit kosten. Früher hatte ich einen Job, da war um 16.15 Uhr Feierabend und man hat vom Job nichts mit in die Freizeit mitgenommen. Heute ist das teilweise komplett anders. Heute ist es unmöglich, dass man sich ständig trifft und zusammen etwas macht. Selbst das Fahren in den alten Proberaum ist schon Zeit die man mit dem DAW Zeugs bereits nutzen kann. D.h. verteiltes Arbeiten. Idee aufnehmen, komplettes Projekt auf Dropbox laden, der Sänger läd es herunter und am nächsten Tag hast einen Gesang drauf. Weil er nachts um 1 Uhr mal Gelegenheit und Muse hatte etwas aufzunehmen, in 10 Minuten. ... usw.... Das stell ich mir jetzt gar mal mit der 8-Spur vor.... haha, besser nicht....
 

Andy

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Zu YT, also ich wäre früher glücklich gewesen, hätte es diese Möglichkeiten gegeben. Leute, die einem erzählen wie eine Spieltechnik funktioniert. Früher hast du das gelernt, was dein Gitarrenlehrer konnte oder dir überlegt, wie es funktionieren könnte, sofern man auf Lehrer verzichtet hat. Die staatlich geprüften Lehrer konnten mit Rock eh nichts anfangen, sprich, der konnt dir überhaupt nichts erzählen und beim Gitarristen um die Ecke hast seine Fehler gleich mit gelernt. Der hatte ja auch keinen, der ihm zeigt wie es richtig geht.

Das seh ich momentan als einen riesigen Vorteil an, dass einem quasi "Frei-Haus" gezeigt wird, wie halt ich da mein Pick, Hand, blablabla.... wie und was muss ich tun, damit ich so schnell werde.

Wie gesagt, wir haben damals miterlebt wie ein Yngwie Malmsteen auf der Bildfläche erschien und uns gedacht, fuck, wie macht der das? Klar, nervt das irgendwann was er so treibt aber es war damals neu oder auch ein Paul Gilbert und viele andere. Was ein Angus Young oder ein Ritchie Blackmoore so getrieben haben, konnte man ja irgenwie noch nachvollziehen, die Spieltechnik betreffend, aber was diese damals "neue" Generation von Rock-Gitarristen so trieb, war schon erstaunlich.

Das mag in anderen Städten Deutschlands anders ausgesehen haben aber Nürnberg war zu der Zeit diesbezüglich echt ein Kaff.

Wie war die Aussage meines Lehrers (der war eigentlich wirklich gut, 75 jähriger Jazzer), .... Slappen.. am Bass? Was soll das sein, da kannst du ja gleich mit den Füssen spielen. ...
 

Marcus Siepen

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Ich muss auch nochmal was zu den ganzen DAWs an sich sagen. Auch ich habe damals mit Logic angefangen, als das dann irgendwann Mac only wurde (und mir Apple Zeugs nicht ins Haus kommt, aber das ist ein anderes Thema und gehört hier nicht hin) bin ich dann auf Pro Tools umgestiegen. Als Pro Tools irgendwann mal echt gezickt hat und ich Latenz Probleme ohne Ende hatte war wieder ein Wechsel fällig, ich habe mir dann Cubase gekauft. Und seit dem Windows halt mit (nicht so) schöner Regelmäßigkeit meine Lizenz zerschossen hat und Studio One im Angebot war habe ich mir jetzt auch noch Studio One gegönnt. Ich kann jetzt also Pro Tools 12, Cubase 10 Pro und das aktuelle Studio One Pro vergleichen und was den Leistungsumfang angeht tun sie sich nicht viel. Alle können eigentlich alles, was man braucht, von daher ist es objektiv betrachtet relativ egal, was man nimmt, ans Ziel kommt man mit allen. Das eine hat den etwas besseren Drum Editor, das andere Melodyne, das nächste eine Art Vocalign... Aber an sich kann jeder der Kandidaten alles, was ich brauche. Genauer gesagt können sie mehr als ich brauche, deren Drum Computer benutze ich z.b. nicht, da ich Superior Drummer nutze. Aber egal, alle sind gut. Was mich an Studio One wirklich begeistert sind 2 Punkte, in denen es für meinen Geschmack der Konkurrenz überlegen ist. Das eine ist der Workflow, den ich unglaublich intuitiv finde. Auch ich arbeite mit Song Templates, während nach der ersten Installation bei Pro Tools und Cubase echt Einarbeitung notwendig war, so war bei Studio One mein Setup und mein Template nach weniger als 5 Minuten fertig und ich konnte aufnehmen. Ohne einen einzigen Blick in irgend ein Manual. Das kannte ich von den anderen DAWs so nicht. Punkt 2 ist das Lizenzsystem, du brauchst bei Studio One keinen Dongle. Wenn du jetzt eh nur einen Rechner benutzt ist das relativ egal, aber ich habe auf Tour gerne ein Setup auf meinem Laptop, Studio One kann ich da einfach installieren und muss nicht immer den Dongle mitnehmen (und hoffen, ihn auf Tour nicht zu verlieren).
Das sind Sachen, die für mich klare Vorteile bei Studio One sind, aber an sich komme ich auch mit Pro Tools oder Cubase wunderbar zurecht, das ist halt eine Geschmackssache.

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Felix

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Diese Argumentation kenne ich, halte sie aber für falsch. So argumentieren oft alte Menschen oder die eine Generation über folgende.
Die Argumentation kann nicht falsch sein, denn ich folgere ja nicht den Umkehrschluss. Sein Fazit beruht auf den Fakten seines und meines Lebens: Wir waren weniger abgelenkt und haben mehr Zeit in die Gitarre gesteckt. Heute sehe ich an mir selbst, dass ich Zeit anders investiere, sobald ich mehr Möglichkeiten um mich herum habe. Und das, wo ich das Smartphone weitestgehend aus meinem Leben fernhalte und es eher wie ein traditionelles Festnetztelefon behandle (es liegt praktisch nur im Büro). Deswege richtige ich mir wieder ein reines Musikzimmer ein. Ich sinniere allerdings auch, ob die Zeit, die man auf das Zurückspulen des Bandes wartete, wirklich verloren war, oder ob das einfach auch eine kurze Regenerationsphase für Hirn und Finger ist. Praktisch Slow Food vs Fast Food, um in meinem Milieu zu bleiben. Einfach mal warten und ins Nichts starren. Ich entdecke darin für mich einen immer größeren Wert.

Den Eindruck "Heute können die alle nix mehr" wollte ich nicht vermitteln, denn ich weiß um das Gegenteil. Entschuldige, falls das so rübergekommen ist.

Edit: Diesen Beitrag habe ich als Antwort auf den letzten der Seite 1 geschrieben. Da hatte ich Seite zwei noch nicht gelesen, sondern übersehen.
 
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Andy

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Noch mal, es gibt da nix richtig oder falsch. Mach es so wie du es für richtig hälst. Die Digitalisierung hat Vorteile aber auch Nachteile. Ich bin da auch oft am herumnörgeln und unzufrieden. Es kommt auch immer wieder auf die Selbstdisziplin an bei den neuen digitalen Geräten. Vielleicht gibt es für Cubase ja auch das Zurückspul-Plugin.

Ich kann mich noch dran erinnern, dass ich die Samstag Vormittage am PC verbracht hab und dort wirklich Zeit verblödelt hab, mit doof in der Gegend herumsurfen. Jetzt hab ich ein Smart Phone, der PC bleibt aus, damit kann ich Messages empfangen und blödel deutlich weniger im Internet herum, weil es auf dem kleinen Display für mich total beschissen ist. Wenn ich es jetzt noch verinnerliche, dass im TV eigentlich nur Kack drankommt und ich die Kiste auslasse, hab ich so viel Zeit wie nie zuvor.
 

OSon

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Also zurückspulen geht auch in cubase! Einfach auf dem nummernblock auf - drücken (ich hoffe, das ist die richtige Taste) und dann siehst du, wie langsam zurückgelaufen wird! :)

aber Spaß beiseite. Ich glaube, die digitalen Möglichkeiten brauchen tatsächlich Disziplin. Wie willst du arbeiten? Es spricht ja nichts dagegen, die daw einfach als Bandmaschine zu benutzen. Kein langes Editing, vielleicht mal ein Punsh in und out. Wie früher. Und in Verbindung mit einem daw Controller hast du fast schon ein Pult zur Verfügung. Damit könntest du dann auch einen eq Steuern. Nicht ganz wie beim analogen Pult, aber das ist vermutlich eher Gewohnheit.

die unendlichen Möglichkeiten sind da, aber du musst sie nicht nutzen. Das ist ja auch das Problem beim Axe FX. Auf einmal hast du Zugriff auf 200 geile Amps, Traumeffekte und unzählige Cabs. Such dir einmal aus, was für dich funktioniert und das bleibt dann erstmal. Das hast du vorher ja auch gemacht und Attest keinen Musikladen zu Hause.

Also erst kommt die Vorbereitung... quasi das einrichten des Studios, und dann nutzt du das.
 

funkstation777

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Was ich an einem Axefx oder an einem funktionierendem Studio-Setup geil finde: Ich verwende keine Zeit damit, über irgendetwas zu grübeln. Ich schalte die Dinger ein, wenn ich Synths zum Songs-Schreiben brauche, hab ich sie mit einem Mausklick, die Gitarre kommt fix auf Input 5 u. 6 (Komplettsignal L, Reamp-Signal R) und ich muß über nichts anderes nachdenken, als übers Musik machen.
Es ist in meinem Fall nicht die Limitierung, die meine Kreativität unterstützt (wie es viele auch sehr berechtigt erklären), sondern die Tatsache, daß ich über kein Limit nachdenken muß.
Die Leinwand ist vor mir, und alle Pinsel und Farben, die ich benötige, habe ich im Nullkommanix zur Verfügung.
Was ja an sich eine Reduktion auf das Wesentliche ist, oder?
 

Felix

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Ich lade mir gerade die Studio One Demo herunter. An dem Tascam Pult, für das ich wirklich große Hoffnung hatte, gerade weil es offenbar exzellent zugleich als Audio-Interface funktioniert, zeigen sich offenbar doch ein paar Schwächen; darunter interne Störsignale, die in der Aufnahme landen. Vielleicht bekommen die das mit einem FW-Update hin. Ich warte ab. Es wäre eben die ideale Mischung aus einem Einschalten-und-zack-da-läuft-es-Gerät und der Möglichkeit, das alles auf einer DAW auszuwalzen. Manchmal muss es bei mir eben schnell gehen. Wenn das nächste Jahrhundertiff aus den Hand purzelt, das meinen dritten Ferrari finanzieren wird, kann ich nicht erst den Rechner starten. Und manchmal will ich einfach nicht auf diesen Screen starren.

Was Marcus erzählt, reizt mich an der Presonus-Lösung. Er beschreibt da genau mein Empfinden und ich hoffe, dass sich das auch für mich bewahrheitet. Und vielleicht lässt sich dann auch eines dieser Presonus-Pulte auf die gleiche Weise einbinden - SD-Recording können die ja auch, obgleich anscheinend nicht so recht mit Overdubs.

Ich werde berichten.
 
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Andy

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Naja, da bin ich auch mal gespannt. Ob man Störsignale mittels FW Update hinbekommt. Die guten Analogies (also Designer analoger Schaltungen) sterben so langsam aus....
 

funkstation777

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Ich lade mir gerade die Studio One Demo herunter. An dem Tascam Pult, für das ich wirklich große Hoffnung hatte, gerade weil es offenbar exzellent zugleich als Audio-Interface funktioniert, zeigen sich offenbar doch ein paar Schwächen; darunter interne Störsignale, die in der Aufnahme landen. Vielleicht bekommen die das mit einem FW-Update hin. Ich warte ab. Es wäre eben die ideale Mischung aus einem Einschalten-und-zack-da-läuft-es-Gerät und der Möglichkeit, das alles auf einer DAW auszuwalzen. Manchmal muss es bei mir eben schnell gehen. Wenn das nächste Jahrhundertiff aus den Hand purzelt, das meinen dritten Ferrari finanzieren wird, kann ich nicht erst den Rechner starten. Und manchmal will ich einfach nicht auf diesen Screen starren.

Was Marcus erzählt, reizt mich an der Presonus-Lösung. Er beschreibt da genau mein Empfinden und ich hoffe, dass sich das auch für mich bewahrheitet. Und vielleicht lässt sich dann auch eines dieser Presonus-Pulte auf die gleiche Weise einbinden - SD-Recording können die ja auch, obgleich anscheinend nicht so recht mit Overdubs.

Ich werde berichten.
die Presonus-Teile harmonieren ganz prächtig mit Studio One.
 

Felix

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Habe gerade meine erste Probeaufnahme hinter mir und schon vor den ersten Orientierungsschwierigkeiten gefällt mir die Oberfläche gut - ganz anders als die Netzhautpeitsche Cubase. Und in der Bedienung, soweit ich mich da jetzt hereingestümpert habe, wirkt das für mich, als könnte man in allem erheblich einfacher Ordnung halten.

Das ist natürlich alles etwas viel für einen Abend, doch wie es aussieht, werde ich mir wohl sehr wahrscheinlich wenigstens mal die Artist-Version besorgen.

Das ändert allerdings leider, leider nichts an meinem Grundgefühl beim Recording und ich verstehe immer besser, was da geschieht. Vielleicht kann ich das so verdeutlichen:

Aufnehmen an der DAW ist für mich wie das Spielen auf einem D-Piano im Vergleich zu einem echten, alten Flügel. Und sei ersteres noch so gut und mit den besten Plugins oder Samples bestückt. Nichts kann den Klangkörper des Flügels imitieren. Ich bin für solche Schwingungen seit meiner Kindheit empfindlich und glaubt mir, ich rede mir das nicht ein - eher das Gegenteil. Der Flügel ist groß, schwer, muss gestimmt werden, ist immobil: Total unpraktisch. Aber er lebt. Und wenn ich darauf nur eine Taste drücke, bringt mich das sofort an einen anderen Ort. Verblüfft mich jedes Mal.

(Gut, bei einer Masse von rund 500 kg könnte man argumentieren, er hätte eben seine eigene Schwerkraft und somit Anziehungskraft. Stimmt im Grunde auch.)

Noch dazu bin ich für meinen Teil im kreativen Prozess extrem empfindlich. Ich halte mich für alles offen - was gut ist, um alle Ideen einzufangen und zu erkunden, aber auch viel Schmutz rein lässt. Dann bin ich verwundbar. In diesem Zustand kann ich die vielen blinkenden Lampen und Buttons und Möglichkeiten nicht gebrauchen. Die sind in dem Moment Schmutz.
 
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Marcus Siepen

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Wichtiger Zusatz bei Studio One: Nur die Pro Version unterstützt 3rd Party Plugins. Man kann das bei der Artist Version dazu kaufen, dann landet man aber preislich eh in der Pro Version.

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nwngnm

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Gibt‘s doch bestimmt ein Angebot im Black Friday Sale morgen oder ?
 

belphegor

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Habe gerade meine erste Probeaufnahme hinter mir und schon vor den ersten Orientierungsschwierigkeiten gefällt mir die Oberfläche gut - ganz anders als die Netzhautpeitsche Cubase. Und in der Bedienung, soweit ich mich da jetzt hereingestümpert habe, wirkt das für mich, als könnte man in allem erheblich einfacher Ordnung halten.

Das ist natürlich alles etwas viel für einen Abend, doch wie es aussieht, werde ich mir wohl sehr wahrscheinlich wenigstens mal die Artist-Version besorgen.

Das ändert allerdings leider, leider nichts an meinem Grundgefühl beim Recording und ich verstehe immer besser, was da geschieht. Vielleicht kann ich das so verdeutlichen:

Aufnehmen an der DAW ist für mich wie das Spielen auf einem D-Piano im Vergleich zu einem echten, alten Flügel. Und sei ersteresnoch so gut und mit den besten Plugins oder Samples bestückt. Nichts kann den Klangkörper des Flügels imitieren. Ich bin für solche Schwingungen seit meiner Kindheit empfindlich und glaubt mir, ich rede mir das nicht ein - eher das Gegenteil. Der Flügel ist groß, schwer, muss gestimmt werden, ist immobil: Total unpraktisch. Aber er lebt. Und wenn ich darauf nur eine Taste drücke, bringt mich das sofort an einen anderen Ort. Verblüfft mich jedes Mal.

(Gut, bei einer Masse von rund 500 kg könnte man argumentieren, er hätte eben seine eigene Schwerkraft und somit Anziehungskraft. Stimmt im Grunde auch.)

Noch dazu bin ich für meinen Teil im kreativen Prozess extrem empfindlich. Ich halte mich für alles offen - was gut ist, um alle Ideen einzufangen und zu erkunden, aber auch viel Schmutz rein lässt. Dann bin ich verwundbar. In diesem Zustand kann ich die vielen blinkenden Lampen und Buttons und Möglichkeiten nicht gebrauchen. Die sind in dem Moment Schmutz.
Ich kann Dich sehr gut verstehen ...
 

funkstation777

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Habe gerade meine erste Probeaufnahme hinter mir und schon vor den ersten Orientierungsschwierigkeiten gefällt mir die Oberfläche gut - ganz anders als die Netzhautpeitsche Cubase. Und in der Bedienung, soweit ich mich da jetzt hereingestümpert habe, wirkt das für mich, als könnte man in allem erheblich einfacher Ordnung halten.

Das ist natürlich alles etwas viel für einen Abend, doch wie es aussieht, werde ich mir wohl sehr wahrscheinlich wenigstens mal die Artist-Version besorgen.

Das ändert allerdings leider, leider nichts an meinem Grundgefühl beim Recording und ich verstehe immer besser, was da geschieht. Vielleicht kann ich das so verdeutlichen:

Aufnehmen an der DAW ist für mich wie das Spielen auf einem D-Piano im Vergleich zu einem echten, alten Flügel. Und sei ersteresnoch so gut und mit den besten Plugins oder Samples bestückt. Nichts kann den Klangkörper des Flügels imitieren. Ich bin für solche Schwingungen seit meiner Kindheit empfindlich und glaubt mir, ich rede mir das nicht ein - eher das Gegenteil. Der Flügel ist groß, schwer, muss gestimmt werden, ist immobil: Total unpraktisch. Aber er lebt. Und wenn ich darauf nur eine Taste drücke, bringt mich das sofort an einen anderen Ort. Verblüfft mich jedes Mal.

(Gut, bei einer Masse von rund 500 kg könnte man argumentieren, er hätte eben seine eigene Schwerkraft und somit Anziehungskraft. Stimmt im Grunde auch.)

Noch dazu bin ich für meinen Teil im kreativen Prozess extrem empfindlich. Ich halte mich für alles offen - was gut ist, um alle Ideen einzufangen und zu erkunden, aber auch viel Schmutz rein lässt. Dann bin ich verwundbar. In diesem Zustand kann ich die vielen blinkenden Lampen und Buttons und Möglichkeiten nicht gebrauchen. Die sind in dem Moment Schmutz.
Das hier würde dir uneingeschränkte Kreativität gewährleisten. Und es ist so TRVE wie nur irgendwie möglich. Außer, du willst damit Norwegian Black Metal produzieren, dann ist es zu modern. Das Tape geht bei ordentlich Schub so dermaßen in die Sättigung, dass nur Rick Rubin weiß, was echt ist. :)82786
 

Marcus Siepen

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Das hier würde dir uneingeschränkte Kreativität gewährleisten. Und es ist so TRVE wie nur irgendwie möglich. Außer, du willst damit Norwegian Black Metal produzieren, dann ist es zu modern. Das Tape geht bei ordentlich Schub so dermaßen in die Sättigung, dass nur Rick Rubin weiß, was echt ist. :)Anhang anzeigen 82786
Das Ding ist geil, hatte ich auch mal

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Felix

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Wichtiger Zusatz bei Studio One: Nur die Pro Version unterstützt 3rd Party Plugins. Man kann das bei der Artist Version dazu kaufen, dann landet man aber preislich eh in der Pro Version.
Ah, danke. Danke! Das habe ich mit großer Konsequenz zweimal überlesen. Da hätte ich mich sehr geärgert. Ich finde zwar die eingebauten Effekte sehr ansprechend und für meinen Zweck völlig ausreichend, da ich mehr mit echtem Raumklang arbeite. Aber wenn ich mir schon so ein Paket kaufe, sollte doch wenigstens der Superior Drummer laufen, wenn ich den auch nur in der geradezu Vintage-Version 2 besitze.
 

Andy

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@Felix und @belphegor. Eine Sache wundert mich dann doch. Wenn ihr bei einem Flügel oder Piano so auf das 500 kg Teil steht, dass ihr dann mit einem digitalen Amp-Simulator so gut klar kommt.
 

Felix

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@Felix und @belphegor. Eine Sache wundert mich dann doch. Wenn ihr bei einem Flügel oder Piano so auf das 500 kg Teil steht, dass ihr dann mit einem digitalen Amp-Simulator so gut klar kommt.
Das lässt sich aus meiner Sicht einfach erklären: Der Sound kommt beim digitalen Amp-Simulator aus einem 12"-Speaker. Beim Röhrenamp auch. Ist unterm Strich kein Unterschied. Beziehungsweise reden wir, oder bessergesagt ihr, da über Nuancen des persönlichen Geschmacks. Aber es bleibt ein 12"-Speaker.

Allerdings komme ich, wenn es ums rocken mit der Gitarre geht, auch mit dem Sound aus Studiomonitoren erheblich schlechter klar als mit dem 12"-Speaker. Deswegen spiele ich stets lieber über eine Gitarrenbox.

Ich schreibe das nur der Vollständigkeit halber: Es geht nicht um 500kg. Das gleiche Prinzip trifft für mich auf eine Violine zu.
 
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