Das Axe mit Röhre...... oder LiveSpice made my day

HumblyDumbly

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Ein Beispiel für eine gelungene Digitalisierung ist Twint als Zahlungsmittel in der Schweiz - quasi als Bargeldersatz. Schnell, einfach zu bedienen und zuverlässig (solange die Banken stabil bleiben). Ein Beispiel für missratene Digitalisierung findet sich in unserem Bundesamt für Gesundheit während der Covid19 Pandemie - Onlineformulare, die man nicht online ausfüllen kann, ausdrucken muss und an das Amt "faxen" braucht, weil deren millionenteure IT nicht damit klarkommt. Bezahlt von unserem Steuergeld...... https://www.srf.ch/news/panorama/noch-immer-mit-fax-und-papier-das-gesundheitssystem-braucht-digitale-entwicklungshilfe
 

Andy

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Finde ich spannend. Am meisten Leistungsfähigkeit kriegen wir vermutlich dann in unsere (technischen und sozialen) Systeme, wenn wir Analog und Digital richtig kombinieren.
Das machen wir ja schon seit 15 Jahren. Ob richtig, sei jetzt mal dahingestellt.

Ich muss aber auch zugeben, dass es mich eher abstösst und aufregt, wenn mir jemand erklärt, dass jetzt "sein" digitales Zeugs viel besser ist, als der analoge Krempel. Es gibt durchaus Bereiche, in denen das wirklich zutreffend ist. Ehrlich gesagt, möchte ich persönlich eine CD nicht mehr gegen eine Schallplatte tauschen. In anderen Bereichen kommt es echt drauf an. Auf die äusseren Umstände, die Erwartungen. ...
 

HumblyDumbly

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Wenn Du in der Schweiz zum Staat gehst, ist das wie eine Zeitreise in die IT Vergangenheit. Die kaufen sich irgendwelche überteuerten PCs und sind dann nicht einmal in der Lage sie zu bedienen. Und deswegen braucht alles ne Ewigkeit, bis logistisch gesehen etwas funktioniert. Aktuell - wir haben nun den Impfstoff - und bis die Impfzentren regional aufgebaut sind, geht es bis in den März 2021 hinein. Planen? Fehlanzeige - von diesen Staatsdienern sitzen die meisten nur 7.5 Stunden pro Tag auf ihren Stühlen und gucken nach unten, ob ja niemand am Stuhlbein sägt.....die restliche halbe Stunde trinken sie Kaffee.....und in den Medien heisst es dann "wir arbeiten am Anschlag" - die können gerne mal bei mir mitarbeiten.....dann würden sie sehen was das ist.....dieses "Arbeiten" ;)
 

Andy

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Da sind manche Städte in Deutschland aber auch nicht anders aufgestellt. Nur weil ein Gesundheitsminister oder ein Kultusminister erzählt, dass jetzt alles digitaliert ist, heisst das nicht, dass es auch so ist. ... Es fehlt dann aber auch an Einfallsreichtum. Wenn die digitale Übertragung nicht funktioniert, kommt auch keiner auf die Idee auf "alte Technologie" zurückzugreifen, sprich mal anzurufen... Dann fällt es halt einfach untern Tisch
 

Andy

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In Bezug auf Gitarrenverstärker ist es nur ein rotes Tuch, wenn man mir (egal welche Firma) erzählt, dass es viel besser ist, als das analoge Gerät und ich hör es mir an und denk, naja, nicht schlecht .... da ist aber schon noch Luft nach oben, wenn es tatsächlich besser sei soll. Trotzdem wird weiter erzählt, dass der alte Röhrenamp ausgedient hat.. Ich weiss, Marketing.
 

HumblyDumbly

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Trotzdem wird weiter erzählt, dass der alte Röhrenamp ausgedient hat.. Ich weiss, Marketing.
Das Gegenteil ist der Fall. So lange sich die Digitaltechnik nur am Nachbilden von Modellen aus der analogen Welt beschränkt, anstatt die effektiven Probleme der analogen Welt zu lösen, wird Analog immer Referenz bleiben.
 

Klausi

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So ähnlich habe ich das mal von einem Fotografen gehört. Das war 1993, als ich als Diplomarbeit eine digitale Echtfarbkamera (DM 15.000,-) in der Mikroskopie einsetzte, Eine Kühlung gegen das Rauschen baute und den Treiber programmiert habe. Die Auflösung, Farbechtheit, bla bla wird digital nie erreicht werden. Aus heutiger Sicht alles Mumpitz. Da liegen Dimensionen dazwischen und mit Filmkameras machen nur noch Liebhaber Nostalgiefotos. Oder Vinyl vs. Digitale Musikaufzeichnung. Ich hab noch einen Plattenspieler mit einer Nadel für EUR 1200,-. Hat mir ein Freak für nen Fuffi verkauft, nachdem er begeistert auf digital umgestellt hat. Oder noch weiter zurück, als man nicht glaubte, dass das Automobil mal dem Pferd Konkurrenz machen könnte. Warten wir‘s ab ...
 

belphegor

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Und was lernen wir daraus.
Die Antwort liegt, wie so oft, in der Mitte.

Es gibt Breiche, in denen die Digitalisierung einen qualitativen Gewinn darstellt.
Fernmeldetechnk zBsp.; Telefonie etc..
Oder Gitarrensender.

Es gibt Bereiche, in denen es aus verschiedensten Gründen nicht besonders relevant ist,
ob man den analogen oder den digitalen Weg wählt.
Mal spricht etwas für das eine, mal für das andere.

Und es gibt Bereiche, in denen der persönliche Geschmack, nicht gustatorisch, sondern "Was gefällt mir besser", zählt.
Der Bereich Gitarrenmusik gehört zBsp. zum letztgenannten Bereich.
Zunächst zählt, was einem besser gefällt.
Das kann sowohl die analoge Variante eines realen Amps, als auch ein via Modeler simulierter Amps sein.
Weder das eine, noch das andere ist besser oder schlechter.

Davon völlig unabhängig sind Fragestellungen wie die nach der Realitätstreue digitaler Simulationen analoger Vorbilder.

Ein Beispiel dafür, warum digital immer "besser" zunehmend infrage gestellt werden kann, ist die ständig
zunehmende Bildschirmauflösung bei Fernsehern.
Mittlerweile kann man mit 8k Bildmaterial so darstellen, dass man auf dem Bildschirm Dinge sieht, die man
bei der realen Betrachtung eines Gegenstands oder Person mit bloßem Auge niemals erkennen würde.
Macht das Sinn?
Darüber kann man nmM. trefflich streiten.
 

Marcus Siepen

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Und was lernen wir daraus.
Die Antwort liegt, wie so oft, in der Mitte.

Es gibt Breiche, in denen die Digitalisierung einen qualitativen Gewinn darstellt.
Fernmeldetechnk zBsp.; Telefonie etc..
Oder Gitarrensender.

Es gibt Bereiche, in denen es aus verschiedensten Gründen nicht besonders relevant ist,
ob man den analogen oder den digitalen Weg wählt.
Mal spricht etwas für das eine, mal für das andere.

Und es gibt Bereiche, in denen der persönliche Geschmack, nicht gustatorisch, sondern "Was gefällt mir besser", zählt.
Der Bereich Gitarrenmusik gehört zBsp. zum letztgenannten Bereich.
Zunächst zählt, was einem besser gefällt.
Das kann sowohl die analoge Variante eines realen Amps, als auch ein via Modeler simulierter Amps sein.
Weder das eine, noch das andere ist besser oder schlechter.

Davon völlig unabhängig sind Fragestellungen wie die nach der Realitätstreue digitaler Simulationen analoger Vorbilder.

Ein Beispiel dafür, warum digital immer "besser" zunehmend infrage gestellt werden kann, ist die ständig
zunehmende Bildschirmauflösung bei Fernsehern.
Mittlerweile kann man mit 8k Bildmaterial so darstellen, dass man auf dem Bildschirm Dinge sieht, die man
bei der realen Betrachtung eines Gegenstands oder Person mit bloßem Auge niemals erkennen würde.
Macht das Sinn?
Darüber kann man nmM. trefflich streiten.
Klar macht das Sinn. Nicht für den Kunden, aber für den Hersteller, denn so hat er ja jedes Jahr ein neues Argument dafür, dass sich jeder unbedingt einen neuen Fernseher kaufen muss. Wie sonst sollte man auch RTL Verblödungs-TV sehen, wenn nicht in 146k Auflösung? Am Ende geht es eigentlich immer nur darum, wie man uns Kohle aus der Tasche ziehen kann.

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Macky7tyseven

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Interessant ist, dass der sensorische Teil unseres Organismus größtenteils digital funktioniert: Visuelle Stimuli reizen beispielsweise Millionen von Zellen in der Retina, die dadurch entweder aktiv oder inaktiv sind. Diese Wahrnehmungen werden dann von digital zu analog prozessiert, bis sie in den höheren Operationen des Gehirns teilnehmen. In der heutigen Industrie machen wir das Gegenteil: Wir verwenden meistens analoges Sensorequipment und prozessieren diese Informationen für die höheren Steuerungszentren in digitaler Form.
 

axifist

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Auch das allererste Mikrofon war digital. Philipp Reis hatte es so konstruiert, dass nur zwei Zustände möglich waren (Stromkreis geschlossen oder eben nicht). Klang nicht sonderlich gut, aber funktionierte. Bell und Gray hatten es dann weiterentwickelt, sodass auch Zwischenzustände möglich waren. Plötzlich war die Verständlichkeit deutlich besser. Bis heute sind Mikrofone analog. Mir fällt spontan jedenfalls kein digitales ein, selbst diese ultramodernen Mikrofonarrays, die z.B. in diesen Smart Speakern verschiedener Hersteller verwendet werden, nutzen mikroskopisch kleine Kondensatormikrofone. Klar, es gibt welche, die als digital bezeichnet werden, aber faktisch haben die halt nen Wandler eingebaut, das wars. Ein USB-Anschluss macht ein Mikrofon noch lange nicht digital :LOL:

Man muss aber auch bei der Definition von analog und digital aufpassen. Man kann das teilweise unterschiedlich sehen.
Analog heißt ja erstmal analog, also das eine (Input) ist analog zum anderen (Output).
Die Auslenkung einer Mikrofonmembran ist analog zur Druckdifferenz vor und hinter der Membran (zumindest bei einem Gradientenempfänger).
Der Farbwert (z.B. RGB von schwarz 000000 bis weiß ffffff) hat in gewisser Weise auch analogen Charakter: Je höher die Helligkeit des jeweiligen Farbwerts, desto größer ist die hexadezimale Zahl von 00 bis ff (in Dezimalzahlen ist das 0 bis 256). Das ist 8 bit Farbtiefe. Natürlich gibt es zwischen diesen 256 Stufen auch Helligkeitswerte. Letztlich sind diese Helligkeitswerte aber nicht kontinuierlich, sondern durch Photonen auch diskret, also stufig. Ist die "wahre" Helligkeit nun also analog oder digital?

Definitiv nicht mehr analog sind sowas wie Dateiformate, z.B. für Fotos. Schaut man sich eine JPG-Datei in Reinform an, kann man da keine Analogien zum tatsächlichen Bild erkennen.
Schaut man sich die Datenströme innerhalb eines AxeFX an, sind auch hier sicherlich keine Analogien zu dem, was man letztlich hört, erkennbar.

Man kann auch sagen, dass das AxeFX ein analoges Gerät ist: Es nimmt schließlich ein analoges Signal an und gibt ein analoges Signal aus. Rein digital geht schlichtweg nicht, außer man nimmt ein rein digitales Instrument für den Input und pflanzt den Output per Maschine-Hirn-Schnittstelle direkt in unser Hirn. Horrorvorstellung! Rein analog geht aber.

Zurück zum Thema:
Beide "Welten" sind real, haben sich bewährt. Man kann sich aus beiden Welten bedienen. Wenn Paco und andere Ampdesigner mit derartiger Software effizienter werden beim Entwerfen von Designs und dadurch vielleicht sogar auf sonst nicht ersinnbare Designs kommen, dann ist das doch wunderbar! Wenn ein Cliff eine völlig andere Signalverarbeitung implementiert, welche durch analoge Bausteine überhaupt nicht möglich wäre, und es dann noch richtig geil klingt, dann ist das genauso wunderbar.

So Schwarz-Weiß-Denken, wodurch man das eine oder das andere kategorisch ausschließt und verteufelt, finde ich immer so schade. Genauso schade finde ich aber auch, das eine (normalerweise das Analoge) möglichst 1:1 ins andere (dann das Digitale) zu übersetzen (z.B. im Schulbereich bei Unterrichtsmaterialien ist das noch sehr weit verbreitet. Stichwort SAMR-Modell). Das macht nur Sinn, wenn das Digitale einen echten Mehrwert hat. Ist beim AxeFX und allen Modellern / Profilern der Fall: weniger Gewicht, flexibler, …

Würde jemand einen Modeller / Profiler bauen, der denselben Formfaktor, dasselbe Gewicht, dieselben Features, denselben Preis usw. wie ein analoger Röhrenamp, den dieser Modeller simuliert / der Profiler profiliert, hat, dann würde das Ding kein Mensch kaufen. Erst der Mehrwert macht den Modeller interessant, seien es Features oder eben völlig neue Sounds usw.

Es sind schlicht und einfach verschiedene technische Umsetzungen dafür, den Klang einer Gitarre zu formen. Sie sind keine Religion, der man abtrünnig wird, wenn man sich für die jeweils "andere Seite" entscheidet. Hier gibt es auch kein "besser / schlechter" und "falsch / richtig", es gibt nur ein "anders", ein "für mich und meine Ansprüche besser / schlechter".

Blogpost zuende ;)
 

Andy

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Ich sag nur "dicke Tal und dünne Berg".
 

Andy

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Naja der Unterschied in der Signalverarbeitung ist schon, dass du bei einem analogen Signal eine kontinuierliche Signalform hast, während es bei einem digitalen Signal nur diskrete Signalverläufe gibt.

D.h. im Analogen wirst du jedem x-beliebigen Zeitpunkt einen Wert für das Signal haben, egal wie hoch du die zeitliche Auflösung wählst, beim digitalen Signal hast du eben nur zum Abtastzeitpunkt einen Wert. Dergleichen gilt bei der "Amplitude".

Quanteneffekte und Heisenberg'sche Unschärferelation mal aussen vor gelassen.

Jetzt kann man natürlich Vergleiche ziehen, ab wann gibt es zwischen analog und digital in der Wahrnehmung keinen Unterschied mehr, weil die Auflösung des menschlichen Gehörs oder des Auges eben einer bestimmten digitalen Auflösung entspricht, bzw. vergleichsweise ähnlich ist. Bei Audio heisst es ja das wäre ab einer Abtastung von ca. 44 kHz und 24 Bit Auflösung der Fall.

Bei der visusllen Wahrnehmung weiss ich es ehrlich gesagt gar nicht (mehr). Nur dass wir Grautöne wesentlich besser auflösen können als Fartöne. Weshalb beim Farbfernsehen früher das schwarz-weiss Signal für die Konturen hergenommen wurde und die Farbe in schlechter Auflösung drübergelegt wurde, bei der Übertragung... Ähnlich einem Malbuch.
 

Macky7tyseven

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... in der Wahrnehmung keinen Unterschied mehr, weil die Auflösung des menschlichen Gehörs oder des Auges eben einer bestimmten digitalen Auflösung entspricht, bzw. vergleichsweise ähnlich ist. Bei Audio heisst es ja das wäre ab einer Abtastung von ca. 44 kHz und 24 Bit Auflösung der Fall.
Bestimmt das die Informationskapazität, die unser Gehirn über das Ohr verarbeiten kann? Heisst, alles was grösser ist, wird nicht mehr wahrgenommen weil herausgefiltert?

Entspricht die Abtast- bezw. Scanningrate des menschlichen Auges nicht etwa 10 Schwingungen pro Sekunde im Alphazustand des Gehirns, also wenn wir entspannt in die Natur schauen?

... ich finde solche Sachen spannend. Bin leider ein Laie in Biologie und Informationstechnologie bzw. Elektrotechnik.
 

belphegor

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Also wichtig wäre bei der Diskussion, dass man berücksichtigt,
was die Begriffe analog und digital bedeuten.
Digital bedeutet nämlich nicht „an“ oder „aus“.
Letzteres wären die Entsprechung für „Dual“ oder „Binär“.
Also die Abbildung ZWEIER unterschiedlicher Zustände.

Digits sind Ziffern.
Digital bildet in unserem Fall analoge Zustände oder Prozesse in
Zahlenwerten und Berechnungen mit diesen ab.
Hierbei ist die ausschließliche Unterscheidung von ZWEI Zuständen/Werten nicht zwingend.
Bei den Berechnungen im AxeFx werden ja zumeist Wertebereiche verwendet.
Ausser ggf. bei Schalterzuständen.
Und natürlich auf der Maschinenebene; also bei der Verarbeitung im Prozessor,
in den Registern etc..
 
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HumblyDumbly

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Rechner ist bestellt - so habe ich während dem nächsten Lockdown Zeit mich um mein Projekt zu kümmern! 🥳
 

Hamsworld

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Bei Hamlet ist sogar die Ontologie digital. Berühmtestes Shakespeare-Zitat. Nur mal so am Rande.
 

Andy

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Bestimmt das die Informationskapazität, die unser Gehirn über das Ohr verarbeiten kann? Heisst, alles was grösser ist, wird nicht mehr wahrgenommen weil herausgefiltert?

Entspricht die Abtast- bezw. Scanningrate des menschlichen Auges nicht etwa 10 Schwingungen pro Sekunde im Alphazustand des Gehirns, also wenn wir entspannt in die Natur schauen?

... ich finde solche Sachen spannend. Bin leider ein Laie in Biologie und Informationstechnologie bzw. Elektrotechnik.
Ich schreib die Tage bisschen was dazu. Heute fehlte mir die Zeit
 

belphegor

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Ich habe, nachdem ich die interessanten Beiträge, insbesondere zur Hirnfunktionalität, gelesen hatte,
mal intensiv nachgedacht.
Streng wissenschaftlich, nach dem Prinzip:
Man nehme eine These und suche nach einer Widerlegung, um sie zu falsifizieren.
Findet man keine Widerlegung, so ist die These, zmindest aktuell, verifiziert.
Dabei dringt man, schneller als einem lieb ist, in ungeahnte Denkräume vor.


Zahlen und der Umgang mit ihnen sind ein Resultat kongnitiver Prozesse der Spezies Mensch,
um Dimensionen und Relationen darzustellen und bearbeitbar zu machen.
Die Digitalisierung, resp. in ihrer Meta-Form, Mathematik & Logik, ist somit ein
abstraktes Konstrukt zur Abbildung und Bearbeitung von Aussagen, Zuständen und Prozessen
in einem anderen Aggregatzustand.

Zellen in unserem Gehirn stellen eine höhere Entwicklungsform atomarer und molekularer Strukturen dar.
Sie besitzten nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Bewusstseinsraum.
Aus diesem Grund können sie zum einen nicht aus sich selbst heraus eine digitale Handlungsweise entwickeln,
da ihnen weder Mathematik/Logik, noch entsprechende Analogien bekannt sind,
zum anderen können wir ihnen als Wirt, in dem sie existieren, den Umgang mit Zahlen nicht gezielt zuweisen.

Die Zellen, Rezeptoren usw. agieren in sich und interagieren mit anderen Zellen somit ausschließlich auf
der Grundlage biochemischer Prozesse.
Dieses stellen analoge Prozesse dar.

Nun kommt der entscheidende Punkt.
Wenn wir als Mensch mit Hilfe der bekannten Erfassungsformen von Daten, zählen, messen und wiegen,
diese Zellzustände und die ablaufenden Prozesse erfassen, überführen wir sie in der Regel in einen
mathematisch-logischen Raum.
Der Mensch ist es also, der, als fleischgewordener AD/DA-Wandler, analoge Wahrnehmungen/Messungen
in digitale Zustände und Prozesse überführt.
Digitalisierung existiert nur in unserem menschlichen Bewusstsein.

Ergo;
Das Gehirn und seine zugeordneten Komponenten arbeiten an keiner Stelle digital.

Oder aber, Randall O'Reilly hatte damals recht und das Gehirn arbeitet einzig aufgrund der Tatsache,
das es Neuronen im Cortex (Großhirnrinde) gibt, die nur 2 Zustände kennen, aktiv und inaktiv, digital.
Was wäre mit einer Venusfliegenfalle?
Deren Blätter kennen auch nur 2 Zustände: geöffnet oder geschlossen.
Arbeitet sie digital?
Was ist ein Fluidik-System?
Ein analoger oder ein digitaler Computer?
Reicht es aus, ein System als digital zu bezeichnen, weil einzelne Bestandteile dessen nur
2 Zustände kennen?


1. Gegenargument:
Ich betrachte Zellen/Rezeptoren, die 2 Zustände abbilden können und, ähnlich den Synapsen, Schalter darstellen.
Damit agieren sie doch quasi digital.

Antwort hierzu:
Das trifft nicht zu, da diese Prozesse keine scharfen Ein/Aus-Zustände kennen, sondern biochemische Prozesse abbilden,
die nicht-diskret kontinuierlich darstellbar sind.
Ähnlich verhält es sich bei den Synapsen, die zumeist als Schalter zwischen den Neuronen bezeichnet werden.
Genau genommen sind es aber keine Ein/Aus-Schalter mit exakt 2 definierten Zuständen.

Ein Neuron als Zelle hat zum einen 1 bis n Dendriten, die als Eingangskanäle für Signale dienen.
Weiterhin hat es ein Axon, welches als Ausgangskanal dient.
Eine Synapse stellt die Verbindung zwischen einem Axon und einem Dendrit her.
2 Hälften mit eine winzigen Spalt dazwischen.
Abhängig von den Potentialen, die via Dendriten in einem Neuron ankommen, erfolgt bei erreichen eines sog.
Schwellenwertes durch eine Art Aktivierungsfunktion die Weiterleitung eines Signals auf dem Axon.
An der Synapse werden nun, abhängig vom ankommenden Spannungspotential. sog. Neurotransmitter ausgeschüttet.
Die wandern, ähnlich wie in einer Batterie, durch den synaptischen Spalt zwischen der einen Synaspenhälfte
und der anderen (Dendriten-Seite) und übertragen so ein Signal.
Die Menge an Neurotransmittern ist allerdings variabel und damit ebenfalls nicht-quasi-digital.

2. Gegenargument:
Ein Computer hat doch auch keinen Bewusstseinraum und stellt doch trotzdem die perfekte digitale Maschine dar.
Richtig.
Weil der Mensch sie erschaffen hat und ihr die Funktionalität digitaler Verarbeitung implementiert hat.

Dies mal als weitere gedankliche Anregung.

Das AxeFx, um diesen Faden nochmal aufzunehmen, ist genau betrachtet ein Analog-Digital-Zwitter.
Da sich allerdings die beiden analogen Verarbeitungsbereiche, Eingang mit Sampling & A/D-Wandlung/Quantisierung
und D/A-Wandlung am Ausgang ausschließlich auf die Überführung des Signals von einem Aggregatzustand in einen
anderen konzentrieren, kann man das Gerät durchaus als digitalen Modeler bezeichnen.
Der Prozess der digitalen Abbildung/Simulation weitestgehend analoger Ausgangsprozesse findet ja ausschließlich
im Bereich der digitalen Verarbeitung des Geräts statt.
Also dort, wo gerechnet wird.

Fröhliches Nachdenken...
 
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