Modell des Marshall JMP 100 Watt Super Lead späte 70er?

Pacosupilami

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Ich bin gerade bei Fords Dumble in "That pedal show", lieber Kollege, haha! Bie mir ist es der g12-65 Speaker von Celestion, der jetzt was gebracht hat bei der Soundsuche nach dem "Talk to your daughter"-Sound von Robben Ford (und so ein blödes Slapdelay, was anscheindend genau das TC Electronic 2290 Digital Delay sein muss.) Ich spiele immer zum Track und vergleiche, aber Ford sagt mehr oder weniger in dem Interview bei That pedal show: Am Ende haben da die Tontechniker irgendwas besonders gut gemacht haben.
Dieser spezielle Sound ergab sich nur, weil Ford seinen Dumble in Kombi mit dem Dumblelator verwendete, der den Sound ziemlich stark färbte - da die Ausgangsimpedanzen seines FX-Loops alles andere als ideal waren. Bei zahlreichen Dumble-Klone hat man dafür einen Post-OD Tiefpass-Filter eingebaut, um diesem Sound zu entsprechen. Ein Dumble, wie ihn Robben Ford 1983/84 bekam, klingt eigentlich ganz anders, als wir ihn in fast allen Simulationen heute kennen. Robben erwähnte in besagtem Video einen "grey Dumble", den er sich von Andy Brauer (von LA City Rental) ausgeliehen hatte. Ich hatte exakt diesen Amp 2018 revidiert. Seither bin ich auch mit Andy Brauer befreundet......
Hatte ich auch den Jungs von "That Pedalshow" geschrieben, doch denen ging das wohl am Hintern vorbei - fast wie bei gewissen Personen hier im Forum, wenn ich meine Expertise als Amptech hochhalte. Deswegen mag ich eigentlich online kaum noch diskutieren...

Mit anderen Worten - es muss nicht zwingen ein TC 2290 sein.....Robben nahm das Teil damals, weil es zu dieser Zeit kein besseres digitales Rack Delay gab......
 

Duke

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Ja, sehr cool. Und wer die Musik von Zappa liebt, hat schon mal eine Sache im Leben begriffen.

Ja, wer die Musik von Zappa so liebt, hat schon mal eine Sache im Leben begriffen.
Mmh, mir würden mehrere Sachen einfallen. Welche meinst du?
 

TheRedDevil

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Hier gibt es einen sehr guten Überblick zu den Marshallmodellen:
 

Pacosupilami

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Hier gibt es einen sehr guten Überblick zu den Marshallmodellen:
Schön, was darin allerdings fehlt, sind die von Marshall in der zweiten Hälfte der 70er Jahre verbauten, teils sehr fragwürdigen "stillen" Voicings, die den Amp im TopEnd extrem aggressiv werden liessen. Teilweise funktionierte der Presence Regler auch nicht, weil zu wenig Signal rückgekoppelt wurde. Diese Änderungen wurden kaum oder zu wenig dokumentiert. Ich habe in den letzten 11 Jahren weit über 100 dieser Amps revidiert und hatte reichlich seltsame "Werksettings" korrigiert, da diese Amps oft nicht den Vorstellungen meiner Kunden entsprachen.....
 

TheRedDevil

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Schön, was darin allerdings fehlt, sind die von Marshall in der zweiten Hälfte der 70er Jahre verbauten, teils sehr fragwürdigen "stillen" Voicings, die den Amp im TopEnd extrem aggressiv werden liessen. Teilweise funktionierte der Presence Regler auch nicht, weil zu wenig Signal rückgekoppelt wurde. Diese Änderungen wurden kaum oder zu wenig dokumentiert. Ich habe in den letzten 11 Jahren weit über 100 dieser Amps revidiert und hatte reichlich seltsame "Werksettings" korrigiert, da diese Amps oft nicht den Vorstellungen meiner Kunden entsprachen.....
Das klingt interessant. AC/DC hat diese Amps damals im Parisvideo verwendet (JMP/w/oMV or 2203/2204/w/MV?)

84444
Könnte es sein, dass es daher zu dem sehr höhenreichen und stark verzerrten Sound bei Live in Paris 1979 gekommen ist?
Das Schaffer Wireless hatte Angus da nämlich nicht im Einsatz, sondern ein sehr langes Gitarrenkabel. Weitere Effekte nutzt er ja nicht, außer der Lautstärke ;) Falls ja, wäre das wirklich ein Argument für so einen ursprünglichen JMP im AXEFX. Mit den technischen Details sollte man Cliff doch überzeugen können den Amp aufzunehmen.
 
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Duke

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Ja, das Video meinte ich eingangs.
Echt cool, was er so alles mit Feedback und Depht anstellt.

Mittlerweile finde ich es sonderbar, dass es noch keine Video gibt, die genau andersherum an die Sache herangehen.

Also Leon erzeugt einen sehr geilen Ton im Fractal-Gerät (IMO auch weitestgehend über Zweifel erhaben) und versucht dann mit einem Amp ranzukommen. Das wäre sicherlich lustig, weil es die Grenzen der analogen Welt zeigen würde.
Will aber wohl keiner sehen, weil alle immer noch die Bestätigung suchen, dass sie digital auf dem Holzweg sind.
Was, hunderttausendfach belegt, schlicht Unsinn ist.

Ich habe mir gerade ein Vid zum AM4 und dem Nachbau eines realen SLO100 angeschaut. Das AM4 kam nah ran. Den Sound hätte ich aber gar nicht haben wollen.
 

Hubi72

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Das klingt interessant. AC/DC hat diese Amps damals im Parisvideo verwendet (JMP/w/oMV or 2203/2204/w/MV?)

Anhang anzeigen 84444
Könnte es sein, dass es daher zu dem sehr höhenreichen und stark verzerrten Sound bei Live in Paris 1979 gekommen ist?
Das Schaffer Wireless hatte Angus da nämlich nicht im Einsatz, sondern ein sehr langes Gitarrenkabel. Weitere Effekte nutzt er ja nicht, außer der Lautstärke ;) Falls ja, wäre das wirklich ein Argument für so einen ursprünglichen JMP im AXEFX. Mit den technischen Details sollte man Cliff doch überzeugen können den Amp aufzunehmen.
Tatsächlich, der Ton - beider Gitarristen - ist hier um einiges mittiger, weicher und mehr Verzerrung. Als höhenreicher empfinde ich es nicht.
Überhaupt - sehr geiles Konzert und tolle Sounds.
 

TheRedDevil

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Das Konzert habe ich als Teenager auf einer schlechten VHS-Kopie ganz oft genossen, damals sah man aber nicht viel mehr als schwarz-graue-Streifen auf dem Röhrenfernseher :) Das heute in der Qualität zu sehen gibt einen schon fast das Gefühl, live dabei gewesen zu sein ;) Der Sound hat sich neben dem Donington Mesa-Konzert-Sound einfach eingebrannt.
 

Pacosupilami

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Tatsächlich, der Ton - beider Gitarristen - ist hier um einiges mittiger, weicher und mehr Verzerrung. Als höhenreicher empfinde ich es nicht.
Überhaupt - sehr geiles Konzert und tolle Sounds.

Ach Wolfgang, Du weisst ja gar nicht von welchen Amps ich rede...so wie der Grossteil hier im Forum, die bloss die Mythen und Legenden nachbeten, die sie irgendwo gelesen hatten....niemand hatte hier behauptet, die AC/DC Amps seien höhenreicher gewesen. Ich habe lediglich erwähnt, dass es in den 70ern "stille Voicing-Änderungen" gab, die von Marshall nicht dokumentiert wurden.
Diese Amps klangen nasal, viel zu schrill.....und in der Schaltung fanden sich andere Potentiometer und Kondensatoren, als in den Schaltpläne vermerkt waren - alles Werksarbeiten. Teilweise ziemlich fragwürdige Kabelführung, Leitungen die "in phase" verlegt wurden, und dann mittels Klebstoff fixiert wurden, damit es nicht zu Selbstoszillation kommt (anstatt das effektive Problem mit einem sauberen Layout zu lösen. Aber es waren Marshalls - und der Kunde geht ja immer davon aus, dass Marshall Amps unfehlbar sind.

FOH Sound ist dann nochmals was ganz anderes....was vorne per PA rausgeht, hat eine ganz andere Funktion, als das was bei einem Gitarrenverstärker raus kommt. PA System müssen "beschallen" - und früher als es noch keine Line-Arrays gab, wo man Schall kontrolliert über möglichst weite Distanzen sauber "werfen" konnte, nahm man irgendwelche Stacks an der Bühne, die dann in den Höhen komplett überfeuerten, damit man den Sound auch in der zehnten Reihe im Publikum noch von den Bässen separieren konnte. Hat miit dem was die Amps bzw. die Cabinets übertrugen, nicht wirklich etwas gemeinsam.....
 

TheRedDevil

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Ach Wolfgang, Du weisst ja gar nicht von welchen Amps ich rede...so wie der Grossteil hier im Forum, die bloss die Mythen und Legenden nachbeten, die sie irgendwo gelesen hatten....niemand hatte hier behauptet, die AC/DC Amps seien höhenreicher gewesen. Ich habe lediglich erwähnt, dass es in den 70ern "stille Voicing-Änderungen" gab, die von Marshall nicht dokumentiert wurden.
Diese Amps klangen nasal, viel zu schrill.....und in der Schaltung fanden sich andere Potentiometer und Kondensatoren, als in den Schaltpläne vermerkt waren - alles Werksarbeiten. Teilweise ziemlich fragwürdige Kabelführung, Leitungen die "in phase" verlegt wurden, und dann mittels Klebstoff fixiert wurden, damit es nicht zu Selbstoszillation kommt (anstatt das effektive Problem mit einem sauberen Layout zu lösen. Aber es waren Marshalls - und der Kunde geht ja immer davon aus, dass Marshall Amps unfehlbar sind.

FOH Sound ist dann nochmals was ganz anderes....was vorne per PA rausgeht, hat eine ganz andere Funktion, als das was bei einem Gitarrenverstärker raus kommt. PA System müssen "beschallen" - und früher als es noch keine Line-Arrays gab, wo man Schall kontrolliert über möglichst weite Distanzen sauber "werfen" konnte, nahm man irgendwelche Stacks an der Bühne, die dann in den Höhen komplett überfeuerten, damit man den Sound auch in der zehnten Reihe im Publikum noch von den Bässen separieren konnte. Hat miit dem was die Amps bzw. die Cabinets übertrugen, nicht wirklich etwas gemeinsam.....
Ich weiß zwar immer noch nicht von welchen Amps Du konkret redest - scheint ein Geheimnis bleiben zu sollen - aber ich gehe mal stark davon aus, dass AC/DC damals sehr genau darauf geachtet hat, welcher Amp zum Einsatz kommt und welcher nicht. AC/DC (besonders Malcom) sind und waren immer sehr wählerisch was das Thema angeht. Daher waren es vermutlich nicht diese "schlechten" Amps auf der Bühne/Studio, die im Video klanglich aber vermutlich mehr von einem JCM800 hatten als von einem Non-MV-Plexi a la 1959SLP, weil danach klingt es bei der Verzerrung wirklich nicht. Ggf. haben sie damals auch nur beim SM57 MIC-Preamp sehr viel Drive aufgedreht. Irgendwann werde ich das im AXEFXIII mal prüfen. Der GainEnhancer lässt zum Glück das Live(drive)feeling bei hoher Lautstärke simulieren. Leons Video hilft auch weiter.
 

Hamsworld

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Ich weiß zwar immer noch nicht von welchen Amps Du konkret redest - scheint ein Geheimnis bleiben zu sollen - aber ich gehe mal stark davon aus, dass AC/DC damals sehr genau darauf geachtet hat, welcher Amp zum Einsatz kommt und welcher nicht. AC/DC (besonders Malcom) sind und waren immer sehr wählerisch was das Thema angeht. Daher waren es vermutlich nicht diese "schlechten" Amps auf der Bühne/Studio, die im Video klanglich aber vermutlich mehr von einem JCM800 hatten als von einem Non-MV-Plexi a la 1959SLP, weil danach klingt es bei der Verzerrung wirklich nicht. Ggf. haben sie damals auch nur beim SM57 MIC-Preamp sehr viel Drive aufgedreht. Irgendwann werde ich das im AXEFXIII mal prüfen. Der GainEnhancer lässt zum Glück das Live(drive)feeling bei hoher Lautstärke simulieren. Leons Video hilft auch weiter.
Was Paco hier zurecht bemerkt: Wir reden hier doch nur on unter 50% Amp-Sound-Anteil. Die Amps wurden abgenommen mit irgendwelchen Mics, dann durch eine FOH-Anlage gemixt und dann wer weiß durch welche Prozesse bis ins Video. Vielleicht kann man den Verzzerungsgrad des Amps wahrnehmen, aber vom Amp-Sound hört man doch nicht sooo viel, außer das es ingsamt ziemlich gut klingt. Vielleicht war es schon das Axe-Fx I? Das würde live ielleicht auch nicht groß auffallen, haha!
Und @Pacosupilami, nicht gleich losschimpfen. Niemand hat dich angegriffen. @TheRedDevil hat oben vom "höhenreichen" Sound unter dem geposteten AC/DC-Video geschrieben, darauf bezieht sich das. Lass das mal, wenn hier einer aufgrund seiner Kompetenz gelassen bleiben könnte, dann du. Und wir sind nicht größtenteils Idioten, die Mythen und Legenden nachbeten.
 

TheRedDevil

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Richtig, ich meinte damit auch die hohen Mitten um 7kHz, nicht Höhen in Richtung 20kHz.
 

georgyporgy

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Ich hatte von 1990 bis ca. 2014 einen JMP Superlead MK II (2203). Zwei Inputs, Gain und Master. Gleich nach dem Kauf kam da ein röhrengepufferter Einschleifweg rein für ein ART Multiverb.

Vorne ging ein SD1 von Boss rein (Level voll, OD so ein bisschen). Die Kiste hatte einen unglaublichen Sound aber nur in Verbindung mit meiner Orange 4x12" von ca. 1975.

Kleines Soundbeispiel (natürlich über ein SM 57 in ein Mischpult gequält, irgendwie aus dem Line Out auf VHS georgelt und dann digitalisiert und dem YouTube-Kompressor zum Fraß vorgeworfen):


Trotzdem kommt der Soundcharakter mMn. irgendwie rüber.

Später habe ich den Amp als Endstufe für ein Digitech GSP 2101 benutzt, und am Ende für das AXE Std.

Der Amp (und gerade die Endstufe) hatte etwas Einzigartiges. Aber die jährlichen Serviceintervalle und das Gewicht haben mich schließlich zum FRFR gebracht. Außerdem nutzte ich schon einige Zeit In-Ear.

Der Amp ging an einen Gitarristen einer Purple Tribute Band, der den Amp mit Hilfe des hiesigen Röhren-Papstes Thomas Buchalik auf "Plexi" umgestrickt hat.

Die Box gehört jetzt Boris Dommenget, der die Gitarren für Uli Roth und die Scorpions macht.

Also alles in gute Hände.

Seit AXE III/FM 9/FM 3 sind wieder gute Marshall-Modelle im Spiel, die diesem Sound sehr nahe kommen. Ich empfehle dazu natürlich eine gute Orange IR bzw. das entsprechende Dynacab.

LG Jörg
 
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Hamsworld

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Ich hatte von 1990 bis ca. 2014 einen JMP Superlead MK II (2203). Zwei Inputs, Gain und Master. Gleich nach dem Kauf kam da ein röhrengepufferter Einschleifweg rein für ein ART Multiverb.

Vorne ging ein SD1 von Boss rein (Level voll, OD so ein bisschen). Die Kiste hatte einen unglaublichen Sound aber nur in Verbindung mit meiner Orange 4x12" von ca. 1975.

Kleines Soundbeispiel (natürlich über ein SM 57 in ein Mischpult gequält, irgendwie aus dem Line Out auf VHS georgelt und dann digitalisiert und dem YouTube-Kompressor zum Fraß vorgeworfen):


Trotzdem kommt der Soundcharakter mMn. irgendwie rüber.

Später habe ich den Amp als Endstufe für ein Digitech GSP 2101 benutzt, und am Ende für das AXE Std.

Der Amp (und gerade die Endstufe) hatte etwas Einzigartiges. Aber die jährlichen Serviceintervalle und das Gewicht haben mich schließlich zum FRFR gebracht. Außerdem nutzte ich schon einige Zeit In-Ear.

Der Amp ging an einen Gitarristen einer Purple Tribute Band, der den Amp mit Hilfe des hiesigen Röhren-Papstes Thomas Buchalik auf "Plexi" umgestrickt hat.

Die Box gehört jetzt Boris Dommenget, der die Gitarren für Uli Roth und die Scorpions macht.

Also alles in gute Hände.

Seit AXE III/FM 9/FM 3 sind wieder gute Marshall-Modelle im Spiel, die diesem Sound sehr nahe kommen. Ich empfehle dazu natürlich eine gute Orange IR bzw. das entsprechende Dynacab.

LG Jörg
Tolle Mucke. guter Sound! Zum Glück sind Deine Finger auch in guten Händen.
 

Duke

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Wir reden hier doch nur on unter 50% Amp-Sound-Anteil. Die Amps wurden abgenommen mit irgendwelchen Mics, dann durch eine FOH-Anlage gemixt und dann wer weiß durch welche Prozesse bis ins Video. ...
Das ist jetzt aber immer so - oder?
Wie soll man als Konsument via Tonträger den Sound sonst wahrnehmen. Selbst bei mittelgroßen Konzerten ist das schon so.

Die 50%-Aussage würde ich nicht unbedingt unterschreiben.
IMO muss man an einem gut abgenommenen Gitarrensound eher wenig machen. Und wenn, geht es mehr um Clean-up (also EQ-ing), FX und u.U. etwas Kompression, wobei man das bei Gain-Sounds nicht wirklich benötigt.

Und klar, ich rede vom abgenommenen Sound und nicht vom Cab-in-the-Room-Sound.
 

n.d.escher

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Hi,
ich habe jetzt mal versucht den Sound nachzubauen.
In diesem Video:

gibt es ganz am Anfang eine kurze Stelle wo Zappas Sound ganz alleine steht bei Minute 1.50 bis 2.00.
Das habe ich mir in die DAW gespielt und geloopt als Referenz.
Dann natürlich das Solo aus der CD Version. Da steht die Gitarre auch ganz weit vorne.

Ergebnis:
Der Plexi 50W 6CA7 kommt meiner Meinung nach am nächsten ran.
Erstaunlicher Weise mit Bässe 10, Mid 0 und Treble 8. Beim Plexi 50W 6CA7.
Auf so ne Idee wäre ich selbst nie gekommen. Klingt aber tatsächlich irre gut.
Ich hatte bisher bei Marshalls immer Mids und Highs recht hoch und Bässe ganz low.
Auch sehr nah dran ist das 1987x jumped Modell. (Beim 1987x Bässe auf 5).


Und wenn ich mir die Bilder anschaue bei Minute 1.40 im Hintergrund könnte das Modell tatsächlich hinkommen.
Also spät 70er frühe 80er Marshalls mit Gain und Master mit den großen rot schwarzen Plastik Schaltern.
Bevor die JMP dann JCM hießen.
Wobei man ja nicht sehen kann, ob auf den Amps im Video nicht vielleicht sogar schon JCM draufsteht. Wer weiß.

Dazu eine 4x12 German Box aus der Legacy Liste und die 4x12 TV MIX C1 gemischt. Kommt wirklich sehr nah ran.

Noch besser gefällt mir der Sound aber über meine eigene "echte" Box. Eine Vintage Amp 4x12 mit Jensen Neo 12/100 Speakern.

Werde bei Gelegenheit mal ein Sound sample machen.

LG
 

Andy

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Ich hatte von 1990 bis ca. 2014 einen JMP Superlead MK II (2203). Zwei Inputs, Gain und Master. Gleich nach dem Kauf kam da ein röhrengepufferter Einschleifweg rein für ein ART Multiverb.

Vorne ging ein SD1 von Boss rein (Level voll, OD so ein bisschen). Die Kiste hatte einen unglaublichen Sound aber nur in Verbindung mit meiner Orange 4x12" von ca. 1975.

Kleines Soundbeispiel (natürlich über ein SM 57 in ein Mischpult gequält, irgendwie aus dem Line Out auf VHS georgelt und dann digitalisiert und dem YouTube-Kompressor zum Fraß vorgeworfen):


Trotzdem kommt der Soundcharakter mMn. irgendwie rüber.

Später habe ich den Amp als Endstufe für ein Digitech GSP 2101 benutzt, und am Ende für das AXE Std.

Der Amp (und gerade die Endstufe) hatte etwas Einzigartiges. Aber die jährlichen Serviceintervalle und das Gewicht haben mich schließlich zum FRFR gebracht. Außerdem nutzte ich schon einige Zeit In-Ear.

Der Amp ging an einen Gitarristen einer Purple Tribute Band, der den Amp mit Hilfe des hiesigen Röhren-Papstes Thomas Buchalik auf "Plexi" umgestrickt hat.

Die Box gehört jetzt Boris Dommenget, der die Gitarren für Uli Roth und die Scorpions macht.

Also alles in gute Hände.

Seit AXE III/FM 9/FM 3 sind wieder gute Marshall-Modelle im Spiel, die diesem Sound sehr nahe kommen. Ich empfehle dazu natürlich eine gute Orange IR bzw. das entsprechende Dynacab.

LG Jörg
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Pacosupilami

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Richtig, ich meinte damit auch die hohen Mitten um 7kHz, nicht Höhen in Richtung 20kHz.
Typisches Gitarrensignal geht bis zirka 5-6kHz. Mittenfrequenzen liegen zwischen 400Hz und 1.2kHz.
Es bringt nichts mich hier in irgendeiner Form einzubringen, wenn nicht einmal die Basics klar sind wird niemand verstehen von was ich rede....

Und hier noch zur allgemeinen Korrektur

Ich hatte von 1990 bis ca. 2014 einen JMP Superlead MK II (2203). Zwei Inputs, Gain und Master. Gleich nach dem Kauf kam da ein röhrengepufferter Einschleifweg rein für ein ART Multiverb.
JMP 2203 MK2 ist kein SuperLead sondern ein normaler 2203 JMP Mk2 - Als SuperLead bezeichnete man die 1959/1987 Modelle welche jeweils einen Brillant und einen Normal-Kanal bzw. vier Eingänge hatten . Die SL-Amps wurden bis 1969 Plexi und ab 1969 dann mit Aluminium Front ausgeliefert.

Bei den Mk2 Modellen ab Mitte 70er gab es sogenannte "stille Voicing" Varianten, einige waren aggressiver abgestummen als andere - diese Variationen wurden von Marshall nie dokumentiert. Die Mastervolumen Amps hatten eine ganz andere Schaltung, als die SuperLead-Modelle, nämlich eine zusätzliche Gainstufe in Form eines sogenannten "Cold Clippers" - während der DC-gekoppelte Kathodenfolger bei Übersteuerung auf Grund des davon enstehenden Gitterstroms die direkt gekoppelte vorgehende Triodenstufe belastet, sorgt der "Cold Clipper" für Verzerrung, wenn das Signal wegen der hohen negativen Gittervorspannung den Sperrbereich der Röhre erreicht. Das Resultat ist eine schneller einsetzende, besser kontrollierbare Verzerrung, als die einer SuperLead-Schaltung, die erst in der Phasenumkehr erreicht wird. Die 2203 bzw. 2204 Modelle sind so gesehen die Urversionen der modenen High-Gain Amps, wie Mesa, Bogner, Diezel, ENGL und Soldano SLO (welcher die Cold Clipping Idee quasi perfektioniert hatte - aka O-Ton Mike Soldano "ich erhöhte den Kathodenwiderstand so, bis das Ausgangssignal nahezu "rechteckig" war").

Die 70er Jahre Marshalls waren alles andere als konsistent. Da gab es sehr viele Varianten davon - viele waren nicht wirklich dokumentiert.

Und noch etwas: Wenn man diese Amps richtig behandelt bzw. einen guten Techniker kennt, muss man damit auch nicht jährlich in den Service.... ;) Bei mir jedenfalls muss das niemand......
 
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