"Sweet Spot"

f.f

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dieser Thread geht speziell an die IR Recording Fraktion.

Ich hab mir gerade 2 linearantriebe aus China bestellt und bis die angekommen sind habe ich etwas Zeit mir über die Realisierung genauere Gedanken zu machen.
Der Plan ist mit veschiedenen Mics das Schallfeld meines Speakers lateral auszumessen und möglichst genau plazziert IRs zu schießen. Die Mikroverschiebungen mache ich momentan "per Hand" und eher mit "geschätzen" Zentimterabständen. Im Nachgang suche ich mir dann aus den IRs die passenden zu meinem Preset.
Das funktioniert zwar für mich ganz gut, allerdings kann es auch etwas anstrengend sein, wenn man aus zuvielen IRs wählen muss/kann, da das Gehör relativ schnell ermüdet und schlapp macht - deshalb mein Ansatz das eventuell etwas zu automatisieren.
Dazu müsste man aber erstmal wissen was denn mathematisch/frequenztechnisch genau einen Sweet Spot ausmacht. Erfahrungsgemäß empfinden die meisten Leute zwar individuelle Unterschiede welcher Spot für sie "sweeter" ist, aber i.d.R. sind die verschiedener Spots für ein Setup trotz Individualität der Hörer relativ nahe beieinander. Es gibt also offenbar sowas wie einen "wahren"sweet Spot Bereich.
Habe schon das Netz durchforstet, aber keine brauchbaren psychoakkustischen Infos gefunden - deshalb meine Frage an die unter euch, die schon selber an IRs und Sweet Spots "gearbeitet" und aufgenommen haben: Konntet ihr an euren lieblings IRs irgendwelche typischen Muster im Frequenzverlauf erkennen, z.B. Absenkungen im nasalbereich (also um die 800Hz) oder ähnliche Merkmale, die immer nur auf "gute" sweet spot IRs zutreffen?
 
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Spooky Steve

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Na, das wird jetzt aber hoch interessant. Ich kann dazu leider nix beitragen, finde das Thema aber super spannend!
 

funkstation777

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Ich kann nur soviel dazu beitragen, daß das sogar innerhalb von Lautsprechern der selben Serie, die am selben Tag gefertigt wurden, total verschieden sein kann. Das ist (wie schon mal erwähnt) den doch sehr laschen Fertigungstoleranzen bei Gitarrenspeakern geschuldet.

Wie wir von Valhallir.at an unsere Sweet-Spots gelangen, werd ich hier natürlich nicht preisgeben, da muß und wird schon jeder "sein" Prozedere erstellen müssen.
Und wie "aggro" oder "mellow" jemand seine "IRs" haben möchte, hängt natürlich auch von der Musikrichtung und dem Geschmack zusammen.
Verallgemeinern lässt sich das wirklich schwer, denn ein Sweetspot, der mit einem Sm7-B geil funktioniert, kann zb. mit einem VR-1 Mic komplett
unbrauchbar sein. Oder nimm ein SM57, das von Haus aus einen Präsenzbuckel in den Hochmitten aufweist. Die falsche Stelle am Speaker, und es ist für die Tonne.

F.F.: Ich denke, daß du schon langsam trotzdem zugeben mußt, daß das professionelle Erstellen von guten IR-Packs zwar keine Raketenwissenschaft, dafür aber eine ganz schöne Menge Arbeit darstellt. Gute Mics und gute Cabs alleine garantieren eben nicht automatisch, daß man gute IRs zustandebringt.
 

Andy

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f.f. es scheint mir, als hättest du irgendwas mit Forschung und Entwicklung zu tun.
Mal eine Idee: wenn es möglich wäre, eine Art Muster für Sweet Spot zu entwickeln, also eben diesen speziellen Buckel im Frequenzgang einer IR oder dergleichen, spräche ja nichts dagegen, einige wenige IRs zu schiessen und den Sweetspot einfach hinzutrimmen.

Wenn man eine KI entsprechend trainiert kann man das ggf. sogar automatisieren. Ob das dann exakt wie die Box klingt ist ja nebensächlich, es soll ja nur gut oder super klingen. Auch wenn das dann ein virtueller Lautsprecher ist, den es gar nicht gibt. Sprich, eine KI könnte aus unterschiedlichen IRs mit Sweetspots die Merkmale eines Sweetspots extrahieren und einfach ein paar ideale Boxen erfinden. Muss man halt mal mit einigen hundert oder tausend IRs trainieren.

Das ist etwas, was mich beispielsweise schon lang bei dig. Simulationen von Amps stört, warum nicht mal 3-dimensional denken und die Probleme bei realen Amps in der digitalen Welt einfach weglassen und einen neuen digitalen Amp "erfinden", der nicht matscht, wie Hölle zerrt, absolut definiert klingt und wie Sau singt. ..... Da brauchts dann aber bisserl mehr als nur ein Abbild zu zaubern. Bei irgend einem FAS Amp hat Cliff das ja mal probiert. Dürfte das Meshuggah Teil sein. Der kann was.
 

Solyth

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Das ist etwas, was mich beispielsweise schon lang bei dig. Simulationen von Amps stört, warum nicht mal 3-dimensional denken und die Probleme bei realen Amps in der digitalen Welt einfach weglassen und einen neuen digitalen Amp "erfinden", der nicht matscht, wie Hölle zerrt, absolut definiert klingt und wie Sau singt. ..... Da brauchts dann aber bisserl mehr als nur ein Abbild zu zaubern. Bei irgend einem FAS Amp hat Cliff das ja mal probiert. Dürfte das Meshuggah Teil sein. Der kann was.
Hm, vermute, Du meinst die Thordendal Modelle..... der Modern von denen ist seit geraumer Zeit im IIer und IIIer mein Lieblingsamp - auch wenn ich ihm mit neg. Feedback einen Presenceregler spendiert hab. Aber eigentlich waren das doch "verunglückte" Recto Modelle, die wegen mangelnder Akkuratesse rausfliegen sollten und auf Intervention vom Namensgeber dann weiter geführt wurden.....
 

Andy

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Ja genau den oder die. Den amp im axefx, dann zwei Matrix Module aus den Q12a und damit eine 412er Marshall 1960B mit Celestion century Vintage bestückt. Als Signalquelle eine Ibanez 8-Saiter.... Da geht was!!
 

Andy

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Aber auch mit ner vernünftigen ir im axefx geht ofrr ging der gut
 

Solyth

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Funzt auch prächtig mit 6-Saitern und der VHMB1992 oder der CabIreu Orange......:bounce:
Gern auch mit nem Shimmerdrive angepustet.....:biggrin:
 

f.f

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f.f. es scheint mir, als hättest du irgendwas mit Forschung und Entwicklung zu tun.
Mal eine Idee: wenn es möglich wäre, eine Art Muster für Sweet Spot zu entwickeln, also eben diesen speziellen Buckel im Frequenzgang einer IR oder dergleichen, spräche ja nichts dagegen, einige wenige IRs zu schiessen und den Sweetspot einfach hinzutrimmen.

Wenn man eine KI entsprechend trainiert kann man das ggf. sogar automatisieren. Ob das dann exakt wie die Box klingt ist ja nebensächlich, es soll ja nur gut oder super klingen. Auch wenn das dann ein virtueller Lautsprecher ist, den es gar nicht gibt. Sprich, eine KI könnte aus unterschiedlichen IRs mit Sweetspots die Merkmale eines Sweetspots extrahieren und einfach ein paar ideale Boxen erfinden. Muss man halt mal mit einigen hundert oder tausend IRs trainieren.

Das ist etwas, was mich beispielsweise schon lang bei dig. Simulationen von Amps stört, warum nicht mal 3-dimensional denken und die Probleme bei realen Amps in der digitalen Welt einfach weglassen und einen neuen digitalen Amp "erfinden", der nicht matscht, wie Hölle zerrt, absolut definiert klingt und wie Sau singt. ..... Da brauchts dann aber bisserl mehr als nur ein Abbild zu zaubern. Bei irgend einem FAS Amp hat Cliff das ja mal probiert. Dürfte das Meshuggah Teil sein. Der kann was.

ja, arbeite in Forschung/Entwicklung.
Das "Hintrimmen" war ja der Plan. Hätte ich X IRs (zunächst mal von einem Speaker) und würden Y Leute Z davon als "geil" zum Hotspot erheben, dann könnte man mit etwas Statistik und Faltung der entsprechenden IRs auf ein "hot" IR Muster schließen. Wiederholt man das mit verschiedenen Mics und Presets, dann könnte sich da eventuell ein System herauslesen lassen lassen.
Das Probelm: m.M.n.: passt ein "gutes" IR zu einem Preset, versagt aber beim Frequenzgang eines anderen (denn die beiden Transferfunktionen koppeln ja). Dieses Problem könnte man allerdings hier auch nutzen und in Ermangelung vieler Tester/Mics/Boxen, einfach dieselbe Box an den selben Positionen mit verschiedensten Amps/Presets zu schiesse. Je genauer die Reproduktion der Position desto besser natürlich und um möglichst "fein" zu sein müsste man den Messraum möglichst Lückenlos erfassen.
Mit den Linaerantrieben und eventuell einer drehbaren z-Achse, wird das im Submillimeter Bereich gehen. Die Aufnahme und IR Faltung werde ich automatisieren, das sollte ein Raspi alles locker und relativ schnell erledigen können. Aber dann kommt der "schwere" Teil. Jeder einzenle IR muss dann ja möglichst Objektiv durchgehört und auf "sweet" getestet werden. Und hier wird ein ermüdendes Gehör wohl zum Hauptproblem werden.
Sollte das klappen und sich hoffentlich irgendein Frequenzmuster (vllt. ist das Sweetmuster ja auch hochindivuell?...) rauskristallisieren, dann wäre der nächste logische Schritt den log Sine-sweep auf ein paar dieser "trigger" Frequenzen zu beschneiden, und anstatt dessen einen konst. Frequenzmix aus diesen paar Frequenzen auf die zu untersuchende Box zu geben und dann eben nicht mehr millimeterweise zu Messen/Falten/Verfahren etc., sondern den Raum schnell abzufahren und nach genau diesem Frequenzmuster zu suchen und nur an diesen Stellen dann die Sweet Spots zu schiessen. Vorteil: man hätte relativ schnell für eine Box viele, viele Sweetspots und zwar für verschiedene Presets.
Wie ich das genau im Detrail umsetzten werde muss ich noch im Detail planen aber ich schätze die Antriebe aus China dauern sowieso min. 4-6 Wochen. Leider hab ich momentan auch ziemlich wenig Zeit, so dass das ganze (da ja reines Hobby) für mich erstmal auf kleiner Flamme kochen muss - will aber auf jeden Fall dran bleiben, denn ich denke das ganze könnte Spannend werden.


Ich kann nur soviel dazu beitragen, daß das sogar innerhalb von Lautsprechern der selben Serie, die am selben Tag gefertigt wurden, total verschieden sein kann. Das ist (wie schon mal erwähnt) den doch sehr laschen Fertigungstoleranzen bei Gitarrenspeakern geschuldet.

Wie wir von Valhallir.at an unsere Sweet-Spots gelangen, werd ich hier natürlich nicht preisgeben, da muß und wird schon jeder "sein" Prozedere erstellen müssen.
Und wie "aggro" oder "mellow" jemand seine "IRs" haben möchte, hängt natürlich auch von der Musikrichtung und dem Geschmack zusammen.
Verallgemeinern lässt sich das wirklich schwer, denn ein Sweetspot, der mit einem Sm7-B geil funktioniert, kann zb. mit einem VR-1 Mic komplett
unbrauchbar sein. Oder nimm ein SM57, das von Haus aus einen Präsenzbuckel in den Hochmitten aufweist. Die falsche Stelle am Speaker, und es ist für die Tonne.

F.F.: Ich denke, daß du schon langsam trotzdem zugeben mußt, daß das professionelle Erstellen von guten IR-Packs zwar keine Raketenwissenschaft, dafür aber eine ganz schöne Menge Arbeit darstellt. Gute Mics und gute Cabs alleine garantieren eben nicht automatisch, daß man gute IRs zustandebringt.
da muss ich immer noch widersprechen: IR-Erstellen ist nicht schwer. Die Arbeit steckt im Nachgang, also in der Auswahl der "guten". Natürlich braucht man auch gute Boxen/Mics, die man sich ggf. leihen muss (wenn du das als arbeit meinst)
Ich denke auch nicht, dass es ein soooooo gewaltiges Geheimnis ist, wie man konventionell an Sweet Spots kommt. Voraussetzung ist wohl allgemein im Audiobereich, dass man weiss wo/wie/wann eine vernünftige Aussteuerung und s/n beachten sollte und wo es piep egal ist. Ein 3000€ Preamp mit linearität bis 20khz macht jedenfalls im Git-CAB Bereich keinerlei wirklichen Sinn. Dann kann man noch streiten, ob man einen neutralen IR schiessen will und eine ultra lineare Mosfet endstufe nimmt, oder eben gefärbt mit Röhrenamp-Endstufe schiesst. Das eine kann genauso besch. klingen wie das andere, sodass die Wahrheit wohl in der Mitte liegt....ergo...fast jede Endstufe kann wirklich gute Ergebnisse bringen.
Was bleibt? Zugang zu 5-6 guten Standardmikros. Die richtig ultrateuren Neumann und Exoten etc., machen bei verzerrter Gitarre eigentlich wenig sinn (hab zumindest noch keine wirklich brauchbaren IRs damit gehört) und zugang zu Boxen.
Auch hier könnte man, wenn man ein SweetMuster identifizieren könnte rasend schnell was gutes bekommen, denn man könnte "mal kurz" bei einem befreundeten Musiker dessen Boxen vermessen.
 
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