Eric Clapton läuft gerade auf ARTE

papasoeren

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... wäre ja sowas von einem Fall von "Kultureller Aneignung". Ironie off
Nimmt jemand im Forum solche Standpunkte ernst? Und wenn ja, warum?
 
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Friedlieb

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Was genau meinst du mit "solche Standpunkte"?
Ohne das zu wissen, hier meine Einschätzung zu ihm: Vor 40 Jahren fand ich Clapton klasse, die neueren Sachen von ihm langweilen mich inzwischen. Und was er zusammen mit Van Morrison zu Corona-Zeiten abgesondert hat, fand ich nur noch widerlich.
 

Bonzo

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Was genau meinst du mit "solche Standpunkte"?
Ohne das zu wissen, hier meine Einschätzung zu ihm: Vor 40 Jahren fand ich Clapton klasse, die neueren Sachen von ihm langweilen mich inzwischen. Und was er zusammen mit Van Morrison zu Corona-Zeiten abgesondert hat, fand ich nur noch widerlich.
Sehe ich genauso. Er hat aber ja schon viel früher, in seiner durstigen Phase "originelle" Ansichten über seine nichtenglischen Mitbürger geäußert.
 

Skogtroll

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Hier der Link zu Eric Clapton - Nothing but the Blues in HD-Auflösung.

Mit dem Firefox-Browser: Rechte Maustaste auf das Video > "Video speichern unter" > ...have fun!

Oder installiert MediathekView. Kann ich sehr empfehlen!

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Ich finde das Video von Eric Clapton - Nothing but the Blues saugeil. Es gefällt mir sehr!
 

papasoeren

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Was genau meinst du mit "solche Standpunkte"?
Ohne das zu wissen, hier meine Einschätzung zu ihm: Vor 40 Jahren fand ich Clapton klasse, die neueren Sachen von ihm langweilen mich inzwischen. Und was er zusammen mit Van Morrison zu Corona-Zeiten abgesondert hat, fand ich nur noch widerlich.
In dieser Doku ging es darum, welche Einflüsse ihm zu seinem Stil verholfen haben, was seine Vorbilder waren und wie er deren Stil kopiert und zu seinem eigenen gemacht hat. Das waren ausschließlich schwarze Gitarristen um die es da ging. Wenn ich frage: "Nimmt jemand im Forum solche Standpunkte ernst?" frage ich, kann man ihm im Rahmen dieser Debatte um "Kulturelle Aneignung" so ein Vorgehen vorwerfen? In meinen Augen nicht. Auch die Rolling Stones und andere haben sich ja den R&B-Vorbildern aus Übersee bedient und quasi diese schwarze Musik zurück in die USA gebracht.
Im Übrigen teile ich deine Auffassung uneingeschränkt.
 

georgyporgy

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Jegliche Kunst und Kultur lebt von externen Einflüssen.

Dem Konstrukt "Kulturelle Aneignung" liegt der mMn. verschrobene Gedanke zugrunde, es gebe eine klar festgelegte Gruppe/Ethnie/etc. , die eine kulturelle Leistung (die ja auch genau definiert werden müsste) komplett und in Gänze nur für sich beanspruchen kann. Dieser oft als "unterlegen" definierte Gruppe würde nun von einer aggressiven "Übermachts-Gruppe" die kulturelle Errungenschaft gestohlen und gewinnbringend vermarktet, ohne dass die "bestohlene" Gruppe dafür angemessen entlohnt wird.

Da sich weder diese Gruppen noch gewisse Zeitpunkte zu dem wer was kulturell erschaffen hat genau feststellen lassen, befinden wir uns im "Wünsch Dir was".

Hier wird Identitätspolitik im Bereich Kultur betrieben. Abgrenzung und "in Schubladen stecken" ist das Gegenteil von Freiheit.

Mit ähnlichen "Argumenten" kann man sich einen Zeitpunkt in der Geschichte suchen, zu dem die eigene Staatsgröße maximal war und behaupten, dies wären jetzt Gebiete, auf die man Anspruch hat. Wir sehen gerade in der Ukraine, wohin so etwas führt.
 

Bonzo

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Als vor nicht allzulanger Zeit der Auftritt einer Band abgesagt wurde weil die Musiker Dreadlocks trugen und das ja kulturelle Aneignung ist, habe ich in meiner Fernsehsendung gesagt, dass das genau genommen Quatsch ist, da 8 Monate bevor die Rastafari diese Frisur trugen der indische Guru Mahatmabtathmahatmamahatma die Frisur erfand, also war das von den Rastafari eine kulturelle Aneignung. Und überhaupt, wenn ein Düsseldorfer auf das Oktoberfest in Lederhose einmarschiert, ist das dann nicht auch kulturelle Aneignung? Man sollte generell einfach ein bisschen lockerer werden.
 

Friedlieb

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kann man ihm im Rahmen dieser Debatte um "Kulturelle Aneignung" so ein Vorgehen vorwerfen?
Oh weh. Ich persönlich finde, der Vorwurf der "kulturellen Aneignung" ist so ein Kipppunkt, an dem Wokeness in Hyperempathie degeneriert.

Beim Gendern und bei der Verwendung von inzwischen missbilligten Bezeichnungen für Menschengruppen (zB "N-Wort") halte ich es persönlich mit der Regel, dass ich die Klärung der Frage, ob eine Diskriminierung stattfindet, der Menschengruppe überlasse, die sich diskriminiert fühlt.
Als Nichtbetroffener maße ich mir kein Urteil dahingehend an, ob jemand sich diskriminiert fühlt, das soll der/die/das schon selbst sagen.
Mit diesem Grundsatz und einer hinreichenden Sensibilisierung für Sprache fahre ich recht gut.

Bloß wie soll man so eine Frage entscheiden, wenn die Kulturschaffenden, deren Kultur sich jemand angeeignet hat, schon längst nicht mehr leben und man sie nicht mehr fragen kann?

Und genau da sehe ich das wie meine Vorredner hier: Kunst und damit auch Musik entsteht immer beeinflusst durch irgendwas anderes, nie im luftleeren Raum. Folglich wäre jedes Songwriting eine Art kulturelle Aneignung. Will man das verurteilen? Robert Johnson hat Chuck Berry inspiriert, dieser wiederum Eddie Van Halen usw. Ich vermag mir nicht vorzustellen, dass Johann Sebastian Bach sich geärgert hätte, wenn er wüsste, dass mehr als 200 Jahre nach seinem Tod jemand wie Jon Lord viele seiner Ideen aufgreift.
 

Hamsworld

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“Kulturelle Aneignung“ finde ich auch gerade problematisch bis dämlich. Aber die British Blues Invasion hat manchmal einfach nur mehr oder weniger direkt geklaut bei amerikanischen Bluesmusikern (s. auch Led Zeppelin und Lead Belly). Da geht es auch einfach auch um Geld, das anderen zugestanden hätte.
 
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michl_666

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... ein Kipppunkt, an dem Wokeness in Hyperempathie degeneriert.
... [viele weitere gute Sachen ...]
:oops: WOW!
Das ist hohe Kunst! Klingt etwas kompliziert beim ersten Mal, sagt aber GENAU das, was es soll. Chapeau!

Ich hab auch immer wieder mal das Problem, dass ich einerseits - schon durch meine Töchter - sehr offen bin, was gendern, Sprachgebrauch und Aufmerksamkeit angeht. Aber teilweise geht's ja gar nicht mehr um die Sache, sondern nur noch ums Prinzip. Und da wird's für mich schwierig. Dass solche Veränderungen nicht einfach sind, vor allem für ältere Menschen (zu denen ich mich inzwischen leider auch schon zählen darf), ist ja völlig klar. Und dass man sich trotzdem bemühen sollte, finde ich auch. Aber ausschließlich und immer nur danach zu suchen, wo sich irgend jemand auch nur im Geringsten auf den Schlips getreten fühlen könnte, verhindert mehr, als es bringt.
Bin nicht sicher, ob das so viel Sinn macht, wie ich zunächst dachte, ich lass es trotzdem mal stehen. :biggrin:
 

aalrh

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Darf ein 25 jähriger schwarzer Brite (sorry - maximalpigmentierter) eigentlich auch Blues singen? Der hat doch auch noch nie ein Baumwollfeld gesehen und die Sklaverei mitgemacht!
Ich habe auch keine Lust das 3. mal die Schreibweise von Flipper mitzumachen (Delphin/Delfin/Delfin*innnen) 🤭

All die, die nichts besseres zu tun haben, um sich um mMn. belanglose Themen von Aneignung, Gendern und Schreibweisen zu streiten, sollten sich bei der nächsten Gemeinde- oder Stadtratswahl aufstellen lassen. ;)

... Man sollte generell einfach ein bisschen lockerer werden.
So isses! :thumpsup:
 
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