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U2 Gitarre mit Synth-Blocks und Scenes begleiten

papasoeren

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#1
Hallo Leute,
Hanne hatte gestern auf Facebook ein Bilderrätsel gepostet. :) Aus dem hat sich dann ein kurzes Hin und Her in seinem Post und per PM ergeben, das dazu führte das wir unsere Patches (bzw. mein Versuch) für „where the streets have no name“ ausgetauscht haben. Wir haben da eine völlig unterschiedliche Herangehensweise gezeigt. Hanne geht von 2 Gitarren aus, ich versuche es für eine Gitarre zu erstellen. Es kam auch der Vorschlag, das hier im Forum zu posten, daher mache ich das mal für mein Patch obwohl das erst noch im Versuchsstadium ist.
Der erste Gedanke, das mal zu probieren, kam mir als Soundtex seinen Vortrag auf dem letzten Dax-Fest gehalten hat. Fand ich beeindruckend, dass man sein eigenes Spiel mittels der Synth-Blocks begleiten kann. Der entscheidende Anstoß, das mal wirklich zu probieren kam aber, als Fremen sein „shine on your crazy diamont“-Video veröffentlicht hat. So etwa hatte ich mir das vorgestellt. Ich dachte mir, das muss für diesen Song doch auch gehen.
Mein Ziel ist es, ein Patch zu erstellen mit dem man den Gitarren-Part spielen kann und gleichzeitig mittels Scenes die Akkorde dazu wechseln kann. Also hab ich mich rangesetzt und das mal probiert. Ich stehe da noch am Anfang aber ich wollte erst mal sehen, ob das überhaupt machbar ist. Um die Gitarre habe ich mich noch gar nicht gekümmert, die möchte ich erst zum Schluss einfügen.
Hier mal meine Datei. Die ist mit dem XL erstellt, muss also eventuell erst noch konvertiert werden, falls das jemand ausprobieren möchte und ein älteres Gerät hat? Nicht lachen, das klingt noch voll nach Triola.

View attachment U2 Test.syx
Wie bin ich rangegangen? Der Synth oben soll die rechte Hand an den Keyboards sein, der untere (funktioniert noch nicht, dazu später) die linke Hand. Ich habe also erst mal nur durch Dreiklänge erzeugte Akkorde für die rechte Hand zur Verfügung, die man mit Scene 1 bis 7 durchsteppen kann. Der MFC muss dann auch so konfiguriert werden, dass man die Scenes per Fußschalter abrufen kann. Dafür habe ich alle 3 Voices auf den Ton D eingestellt (eigentlich 293,665 Hz hier 293,7 Hz). Den Ton D, weil der fast in allen Akkorden vorkommt. In Voice 3 habe ich den einfach mit dem Shift-Regler eine Oktave nach unten gestellt. An Voice 2 und 1 habe ich dann die Scene-Controller 2 und 1 gelegt, die für jede Scene die Intervalle wie gebraucht verändern. Wie die liegen müssen, habe ich mir mit Guitar Pro anzeigen lassen.

Akkord 1.JPG
Um die gewünschten Intervalle an den Scene-Controllern in Prozent einstellen zu können, habe ich mich der Excel-Datei von Mike (mrgodin) bedient, die er ja auch bei sich verlinkt hat. Ihm sei hier nochmal herzlichst gedankt. Mit der Datei geht das sowas von easy und übersichtlich. Man gibt die Anzahl der Tonschritte ein und es werden die Prozent angezeigt, die man einstellen muss. Super einfach.

Scenes.JPG
Mir gings bei diesen Test-Patch erst mal um die Machbarkeit. Am Sound und so wollte ich dann später arbeiten. Die Verbindung zum Input ist eigentlich überflüssig, aber das Getröte der Synths hat mich während der Arbeit daran so genervt, dass ich sie temporär auf Env Only gestellt habe. Dann klingen die erst, wenn die Input von der Gitarre bekommen. So, und jetzt zu den Problemen, die mich am Weiterkommen hindern und wo ich bitte, mir vielleicht mit eurem Input zu helfen. Ich bin für jede Anregung dankbar. Vielleicht kann man das ja auch als Gemeinschaftsprojekt weiterführen?
Den unteren Synth hatte ich ja für die linke Hand vorgesehen, die auch immer zwei Bass-Töne spielt. Ich habe aber nur zwei Scene-Controller, die schon am Synth oben sitzen. Wie kann ich diese Bass-Voices steuern oder gibt es Alternativen? Oder vielleicht hilft ein Pitch-Shifter oder Harmonizer dahinter geschaltet? Damit hab ich aber noch nie gearbeitet. Vielleicht muss aber doch ein grundsätzlich anderer Ansatz gewählt werden? Und CPU-schonend muss das ja auch bleiben, da ja noch eine Gitarre dazu kommen muss. Die andere Sache ist der Sound. Ich hab keine Ahnung, an welchen Schrauben ich drehen muss, um den Sound einigermaßen hinzubekommen. Eventuell muss man verschiedene Wellenformen miteinander mischen? Hat jemand Erfahrungen mit Soundgestaltung bei Synthies?
Wie gesagt, ich bin für jede Anregung und Hilfe dankbar und bin gespannt, ob wir das vielleicht gemeinsam fertig bekommen.
 

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Andy

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#2
Haha, ihr kommt ja auf Ideen :) Cool, wenn das so klappt.
 

Hanne

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#3
Neuer Thread - oder hier posten?

Hmmm - bin gerade ein wenig hin und her gerissen. Einerseits möchten ich Sörens Thread mit meinen Ergüssen nicht crashen, da ich (wie bereits oben erwähnt) einen anderen Ansatz verfolge, andererseits bastel' ich zufällig parallel zu ihm am selben Thema ... :denk: Ich habe mich entschieden, hier meine Ausführungen zu teilen.

Den Sören/ Fremen - Ansatz finde ich eigentlich ganz cool. Ich hatte mir von Thibault ja auch das "shine on you crazy diamond" - Preset geholt und damit rumexperimentiert. Was mich daran ein wenig stört ist, dass es weniger mit Gitarre spielen zu tun hat. Man lebt doch eher seine Programmierkünste aus. Bitte versteht mich nicht falsch! Alles hat seine Berechtigung! Und dazu zu jammen macht totale Laune. Ich ziehe meinen Hut vor Sören's Tätigkeit und werde mich in nächster Zukunft auch eingehender mit seinen Ergebnissen beschäftigen, er ist an dieser Stelle ein ganzes Stück weiter als ich. Allerdings könnte man streng genommen auch einen Backingtrack laufen lassen.

Da wir 2 Gitarristen in unserer U2-Coverband am Start haben können wir es uns leisten, eine Gitarre das Synth-Intro spielen zu lassen und die andere Gitarre spielt eben den Gitarrenpart dazu. Ich bin der mit dem Synth-Part. Habe zwischen Weihnachten und Neujahr experimentiert. Dabei ist das hier heraus gekommen:

View attachment U2 Streets (Shimmer).syx

Ich nutze ein Multidelay im Shimmer-Modus und lasse den Gitarrensound ganz weg. Dabei greife ich normale Akkorde, schlage (zupfe) aber Saiten einzeln an. Die besten Erfolge erzielte ich hierbei unter Einsatz des Sustainers. Für mich ist er hierfür absolut erforderlich! :eek:pa:

Auch ich lade herzlich ein, an Verbesserungen mitzuwirken! :rock:

(Ich spaziere nachher mal in den Proberaum und werde ein Foto vom Routing und den Multidelayeinstellungen schießen und anschließend hier einfügen. Damit hat man dann eine Vorstellung von dem Preset, ohne es geladen haben zu müssen)
 

Hanne

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#4
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So, hier ein Foto von meinem Routing - ich hoffe, es wird einigermaߟen sichtbar dargestellt!

Der FxLoop ist nur für Hanne , da ich mein Rig ständig auch unter Out2 fahre.

Ich glaube, dass ich mit dem Cabblock rumprobiert hatte - hört es sich besser Mit oder Ohne an.

Mit Gate, Filter und GEQ habe ich experimentiert, um Sound ein wenig "weicher" zu machen und nervende Frequenzanteile zu eliminieren/ einzudämmen ... learning by burning ... Ähhh nö, das war ja Stoppok (den kann ich gleich mal in "Was zum Schmunzeln und Mitwippen" posten) ... Ich meinte: learning by doing/ try and error und so was alles


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papasoeren

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#5
Aus gegebenem Anlass möchte ich das hier mal fertigstellen, was ich oben begonnen hatte. Ich wollte diesen Beitrag ursprünglich schon zum Axe-Fest 2018 schreiben, da ich das fertige Ergebnis (das Preset) dort einigen Kollegen (u.a. dem Hanne) gezeigt und zur Verfügung gestellt hab. Habs bis jetzt aber versäumt, etwas zu schreiben. Am letzten Wochenende aber haben einige Kollegen aus dem Forum und ich den Hanne zu seinem Jahresabschluss-Gig besucht und ich konnte feststellen, dass er dieses Preset auch wirklich live nutzt. Das hatte ich bis dahin nicht gewusst und hat mich richtig stolz gemacht. Hihi, ehrlich, ich hatte Gänsehaut.
Also, der ganz oben beschriebene Ansatz war ziemlich naiv gedacht von mir und führte nicht wirklich zu einem brauchbaren Ergebnis. Es ist viel komplizierter und letztendlich Denk- und Fleißarbeit.
Worum gehts? Ich habe ein Preset gebaut, mit dem man die Synths und die Gitarre von "Where the streets have no name" gleichzeitig spielen kann. Die Akkorde werden mit den Scenes über den MFC gesteuert. Es geht hierbei nicht um diesen speziellen Song, man kann diese Art 'sich eine Taste dazuzuholen' für alle möglichen Songs nutzen, sofern die Anzahl der Akkorde nicht 8 übersteigt. Wenn es nur 5 Akkorde (Scenes) sind, braucht man nicht mal den MFC umzuprogrammieren. In meinem Fall habe ich 5-stimmige Akkorde gebaut, daher 2 Synth-Blocks. Für normale Dreiklänge reicht ein Synth-Block, da jeder Synth ja 3 Stimmen zur Verfügung stellt.
Vorab, bevor man sich ans Programmieren macht, muss man sich unbedingt vorher darüber im Klaren sein, welche Akkorde man programmieren möchte und wie sich die Bewegungen der einzelnen Finger (Voice 1-3) auf einer gedachten Klaviatur im Laufe der Akkorde entwickeln. Ich hab dafür ein kleines Excel-Sheet genutzt, einfach um visuell alles vor Augen zu haben. Man erkennt so viel schneller, welche Grundfrequenz man jeder Voice geben sollte, oder wo man sogar was vereinfachen kann indem man z.B. Umkehrungen nutzt und sowas alles.
Außerdem ist eine Frequenztabelle sehr hilfreich: Frequenztabelle
sowie ein Tuner wie diesen hier: Instrument-Tuner
Ich hab den auf "präzise" eingestellt, es dauert ein wenig aber die Messung ist dann wirklich sehr genau. Am besten reagiert er auf ein Sägezahn-Signal.

Ich will mal am Beispiel des kleinen Fingers der rechten Hand (hier Synth 2 / Voice 1 / SC 1) erklären, wie ich vorgegangen bin. Welche Töne in welcher Scene gebraucht werden, ist in Bild 01 in der kleinen Excel-Datei zu sehen. D, Cis, Cis, H, H, A und E. Als Grundfrequenz habe ich D5 bei 587,3 Hz gewählt, die muss aber nicht so genau eingestellt werden, da die eigentlichen Tonhöhen im SC1 eingestellt werden. Den SC1 lege ich dann an den Shift-Regler. Mit den Min- und Max-Reglern im Modifier stelle ich die Halbtonschritte zum tiefsten Ton (A, vom D aus -5) und zum höchsten Ton (E, vom D aus +2) ein. Und jetzt wirds tricky. Hier werden zwar glatte Zahlen ohne Komma angezeigt, man muss diese Werte aber so einstellen, dass sie im Hintergrund möglichst mit -5,4 und +2,4 arbeiten. Warum? In Scene 1 wird der tiefste Ton gespielt und in Scene 7 der höchste. Der SC1 steht da bei 0% bzw. bei 100%. Die eigentliche Tonhöhe für diese Scenes stelle ich mit den Start- und End-Parametern ein, hier 5,3% und 96,9%. In allen anderen Scenes stelle ich die Tonhöhen im Scenecontroller 1 ein. Nur so komme ich auf exakte Ergebnisse. Im SC wird nur eine Nachkommastelle angezeigt, Bild 02. Ich hatte aber den Eindruck, dass dort auch zwei Nachkommastellen verarbeitet werden. Ich kann mich aber täuschen.

Bild 01.JPG

Bild 02.JPG

Genauso arbeitet man dann mit Voice 2 und SC 2. Bei Voice 3 wirds wieder tricky, denn da habe ich auch den SC1 am Shift-Regler. Die Parameter im SC1 kann ich nicht mehr ändern, sonst würde ich ja Voice 1 zerstören. Ich muss mir also anders helfen. In der Excel-Datei kann man sehen, dass in Voice 3 während der ersten 5 Scenes immer nur das D gebraucht wird, das macht die Sache einfach. Als Grundfrequenz habe ich 275,5 Hz gewählt, das liegt knapp unter Cis4, Bild 03. Wie schon gesagt, hier braucht man nicht genau sein. Es kommt nur darauf an, dass man Luft zum manipulieren hat. Hier gehe ich dann ähnlich vor, als erstes werden Scene 6 und 7 mit Min und Max und den Start- und End-Parametern eingestellt. Da hab ich scheinbar etwas viel Luft zum manipulieren gelassen? Egal, wesentlich ist, dass ich in den Scenes 1 - 5 die Tonhöhe mit dem Mid-Parameter bei 99,1% und den Einstellungen für Slope, Scale und Offset aufs D zwinge, egal was der SC1 vorgibt. Ich hab nicht probiert, ob das auch mit SC2 an Voice 3 gklappt hätte. Ich bin mir aber sicher, dass es da auch eine Lösung gegeben hätte. Wenn man dabei Probleme hat, kann man auch über Umkehrungen von Akkorden nachdenken, dass man es sich passend hinschiebt. Aber über sowas muss man sich wirklich vorher Gedanken machen.
Ach ja, im Synth 1 laufen noch zwei Bass-Voicings. Die laufen ähnlich wie Voice 1 und 2 im Synth 2, nur als Grundfrequez habe ich A2 bei 110 Hz und D2 bei 73,4 Hz genommen, also ordentlich tiefer als der andere Block.

Bild 03.JPG

Zum Schluss noch was zum Amp-Block. Im Original-Song laufen zu Anfang nur die Synth-Sounds, während dann nach einer gewissen Zeit die Gitarre eingefadet wird. Da man ja schlecht die Scenes schalten und gleichzeitig ein Expression-Pedal bedienen kann (also ich kann das jedenfalls nicht), habe ich an den Master-Regler den Envelope-Controller gelegt. Den Attack habe ich auf 8 sec eingestellt und Release auf 6 sec. Dadurch blendet sich die Gitarre automatisch ein, sobald ich anfange zu spielen. Im Modifier habe ich mit dem Mid-Regler eine Art Plateau erzeugt, welches dafür sorgt, dass ich nicht permanent die Gitarre spielen muss, um die Lautstärke oben zu halten. Man kann also einige Sekunden pausieren ohne dass was runtergeregelt wird. Release lässt den Regel-Punkt zwar nach links wandern aber erst wenn der Knick erreicht ist, wird es tatsächlich wieder leiser. Das funktioniert ganz gut und man kann das ja alles auf seine Bedürfnisse einstellen.

Bild 04.JPG

Falls jemand Interessse hat, das mal auszuprobieren, hier ist die Datei. Erstellt wurde das Preset mit einem Axe-FX II XL. Das Volumen-Pedal für die Synths ist an Extern 1.
 

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mrgodin

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#6
Aus gegebenem Anlass möchte ich das hier mal fertigstellen, was ich oben begonnen hatte. Ich wollte diesen Beitrag ursprünglich schon zum Axe-Fest 2018 schreiben, da ich das fertige Ergebnis (das Preset) dort einigen Kollegen (u.a. dem Hanne) gezeigt und zur Verfügung gestellt hab. Habs bis jetzt aber versäumt, etwas zu schreiben. Am letzten Wochenende aber haben einige Kollegen aus dem Forum und ich den Hanne zu seinem Jahresabschluss-Gig besucht und ich konnte feststellen, dass er dieses Preset auch wirklich live nutzt. Das hatte ich bis dahin nicht gewusst und hat mich richtig stolz gemacht. Hihi, ehrlich, ich hatte Gänsehaut.
Also, der ganz oben beschriebene Ansatz war ziemlich naiv gedacht von mir und führte nicht wirklich zu einem brauchbaren Ergebnis. Es ist viel komplizierter und letztendlich Denk- und Fleißarbeit.
Worum gehts? Ich habe ein Preset gebaut, mit dem man die Synths und die Gitarre von "Where the streets have no name" gleichzeitig spielen kann. Die Akkorde werden mit den Scenes über den MFC gesteuert. Es geht hierbei nicht um diesen speziellen Song, man kann diese Art 'sich eine Taste dazuzuholen' für alle möglichen Songs nutzen, sofern die Anzahl der Akkorde nicht 8 übersteigt. Wenn es nur 5 Akkorde (Scenes) sind, braucht man nicht mal den MFC umzuprogrammieren. In meinem Fall habe ich 5-stimmige Akkorde gebaut, daher 2 Synth-Blocks. Für normale Dreiklänge reicht ein Synth-Block, da jeder Synth ja 3 Stimmen zur Verfügung stellt.
Vorab, bevor man sich ans Programmieren macht, muss man sich unbedingt vorher darüber im Klaren sein, welche Akkorde man programmieren möchte und wie sich die Bewegungen der einzelnen Finger (Voice 1-3) auf einer gedachten Klaviatur im Laufe der Akkorde entwickeln. Ich hab dafür ein kleines Excel-Sheet genutzt, einfach um visuell alles vor Augen zu haben. Man erkennt so viel schneller, welche Grundfrequenz man jeder Voice geben sollte, oder wo man sogar was vereinfachen kann indem man z.B. Umkehrungen nutzt und sowas alles.
Außerdem ist eine Frequenztabelle sehr hilfreich: Frequenztabelle
sowie ein Tuner wie diesen hier: Instrument-Tuner
Ich hab den auf "präzise" eingestellt, es dauert ein wenig aber die Messung ist dann wirklich sehr genau. Am besten reagiert er auf ein Sägezahn-Signal.

Ich will mal am Beispiel des kleinen Fingers der rechten Hand (hier Synth 2 / Voice 1 / SC 1) erklären, wie ich vorgegangen bin. Welche Töne in welcher Scene gebraucht werden, ist in Bild 01 in der kleinen Excel-Datei zu sehen. D, Cis, Cis, H, H, A und E. Als Grundfrequenz habe ich D5 bei 587,3 Hz gewählt, die muss aber nicht so genau eingestellt werden, da die eigentlichen Tonhöhen im SC1 eingestellt werden. Den SC1 lege ich dann an den Shift-Regler. Mit den Min- und Max-Reglern im Modifier stelle ich die Halbtonschritte zum tiefsten Ton (A, vom D aus -5) und zum höchsten Ton (E, vom D aus +2) ein. Und jetzt wirds tricky. Hier werden zwar glatte Zahlen ohne Komma angezeigt, man muss diese Werte aber so einstellen, dass sie im Hintergrund möglichst mit -5,4 und +2,4 arbeiten. Warum? In Scene 1 wird der tiefste Ton gespielt und in Scene 7 der höchste. Der SC1 steht da bei 0% bzw. bei 100%. Die eigentliche Tonhöhe für diese Scenes stelle ich mit den Start- und End-Parametern ein, hier 5,3% und 96,9%. In allen anderen Scenes stelle ich die Tonhöhen im Scenecontroller 1 ein. Nur so komme ich auf exakte Ergebnisse. Im SC wird nur eine Nachkommastelle angezeigt, Bild 02. Ich hatte aber den Eindruck, dass dort auch zwei Nachkommastellen verarbeitet werden. Ich kann mich aber täuschen.

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Genauso arbeitet man dann mit Voice 2 und SC 2. Bei Voice 3 wirds wieder tricky, denn da habe ich auch den SC1 am Shift-Regler. Die Parameter im SC1 kann ich nicht mehr ändern, sonst würde ich ja Voice 1 zerstören. Ich muss mir also anders helfen. In der Excel-Datei kann man sehen, dass in Voice 3 während der ersten 5 Scenes immer nur das D gebraucht wird, das macht die Sache einfach. Als Grundfrequenz habe ich 275,5 Hz gewählt, das liegt knapp unter Cis4, Bild 03. Wie schon gesagt, hier braucht man nicht genau sein. Es kommt nur darauf an, dass man Luft zum manipulieren hat. Hier gehe ich dann ähnlich vor, als erstes werden Scene 6 und 7 mit Min und Max und den Start- und End-Parametern eingestellt. Da hab ich scheinbar etwas viel Luft zum manipulieren gelassen? Egal, wesentlich ist, dass ich in den Scenes 1 - 5 die Tonhöhe mit dem Mid-Parameter bei 99,1% und den Einstellungen für Slope, Scale und Offset aufs D zwinge, egal was der SC1 vorgibt. Ich hab nicht probiert, ob das auch mit SC2 an Voice 3 gklappt hätte. Ich bin mir aber sicher, dass es da auch eine Lösung gegeben hätte. Wenn man dabei Probleme hat, kann man auch über Umkehrungen von Akkorden nachdenken, dass man es sich passend hinschiebt. Aber über sowas muss man sich wirklich vorher Gedanken machen.
Ach ja, im Synth 1 laufen noch zwei Bass-Voicings. Die laufen ähnlich wie Voice 1 und 2 im Synth 2, nur als Grundfrequez habe ich A2 bei 110 Hz und D2 bei 73,4 Hz genommen, also ordentlich tiefer als der andere Block.

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Zum Schluss noch was zum Amp-Block. Im Original-Song laufen zu Anfang nur die Synth-Sounds, während dann nach einer gewissen Zeit die Gitarre eingefadet wird. Da man ja schlecht die Scenes schalten und gleichzeitig ein Expression-Pedal bedienen kann (also ich kann das jedenfalls nicht), habe ich an den Master-Regler den Envelope-Controller gelegt. Den Attack habe ich auf 8 sec eingestellt und Release auf 6 sec. Dadurch blendet sich die Gitarre automatisch ein, sobald ich anfange zu spielen. Im Modifier habe ich mit dem Mid-Regler eine Art Plateau erzeugt, welches dafür sorgt, dass ich nicht permanent die Gitarre spielen muss, um die Lautstärke oben zu halten. Man kann also einige Sekunden pausieren ohne dass was runtergeregelt wird. Release lässt den Regel-Punkt zwar nach links wandern aber erst wenn der Knick erreicht ist, wird es tatsächlich wieder leiser. Das funktioniert ganz gut und man kann das ja alles auf seine Bedürfnisse einstellen.

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Falls jemand Interessse hat, das mal auszuprobieren, hier ist die Datei. Erstellt wurde das Preset mit einem Axe-FX II XL. Das Volumen-Pedal für die Synths ist an Extern 1.
Alter ... 👍
 

Hanne

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#7
Das Preset ist DER HAMMER. Sören hatte es mir zum 2018er Axe-Fest vorgestellt. Ich war geflasht und bat sofort um die Herausgabe!

Mein Eigenes funktioniert auch sehr gut - mit einem Sustainer- PU selbst zu spielende Akkordfolge - ich muss allerdings neidlos anerkennen, dass Sörens Ergebnis noch um Einiges besser ist. Tja, und deshalb nutze ich es!

Super Arbeit, Sören und Danke nochmal!


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Marcus Siepen

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#8
Ich bin zwar kein U2 Fan, aber das ist fett, sehr geil gemacht. Ich habe von Fremen (glaube ich) einen ähnlichen Patch der in dir Pink Floyd Ecke geht, auch mit Synths, die über die Scenes gesteuert werden, ich wollte sowas immer mal selber probieren, das war mir dann am Ende aber immer zu aufwendig

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papasoeren

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#9
... Super Arbeit, Sören und Danke nochmal! ...
Wie würde Funken-Andy jetzt sagen? "Es war mir ein inneres Kirschenpflücken!" :)

... Ich habe von Fremen (glaube ich) einen ähnlichen Patch der in dir Pink Floyd Ecke geht, auch mit Synths, die über die Scenes gesteuert werden, ...
Genau! Fremen war damals der Auslöser, sich mal ernsthaft darüber Gedanken zu machen. Und der Vortrag, den Soundtex (Olli) beim Axe-Fest 2016 gehalten hat, der für mich beeindruckend war aber noch Fragen offen ließ. Und wenn man sich das Know-How einmal erarbeitet hat, ist es beim nächsten mal auch nicht mehr sooo schwer.
Einfacher wäre es natürlich, wenn 3 statt 2 Scenecontroller vorhanden wären. Vielleicht gibts ja nochmal ein finales Firmwareupdate für den IIer? :kaffeesabber:
 

mrgodin

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#10
Wie würde Funken-Andy jetzt sagen? "Es war mir ein inneres Kirschenpflücken!" :)



Genau! Fremen war damals der Auslöser, sich mal ernsthaft darüber Gedanken zu machen. Und der Vortrag, den Soundtex (Olli) beim Axe-Fest 2016 gehalten hat, der für mich beeindruckend war aber noch Fragen offen ließ. Und wenn man sich das Know-How einmal erarbeitet hat, ist es beim nächsten mal auch nicht mehr sooo schwer.
Einfacher wäre es natürlich, wenn 3 statt 2 Scenecontroller vorhanden wären. Vielleicht gibts ja nochmal ein finales Firmwareupdate für den IIer? :kaffeesabber:
Das habe ich mich schon vor längerer Zeit gefragt:
Warum nur 2 Scene Controller?
Wären es mehr, würde dies den Szenen so richtig Macht verleihen.
Vielleicht hatte da die Rücksicht auf den FW-Speicherbedarf Vorrang.
 
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#11
Das Preset ist DER HAMMER. Sören hatte es mir zum 2018er Axe-Fest vorgestellt. Ich war geflasht und bat sofort um die Herausgabe!

Mein Eigenes funktioniert auch sehr gut - mit einem Sustainer- PU selbst zu spielende Akkordfolge - ich muss allerdings neidlos anerkennen, dass Sörens Ergebnis noch um Einiges besser ist. Tja, und deshalb nutze ich es!

Super Arbeit, Sören und Danke nochmal!


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An dieser Stelle möchte ich mich als Axe-Ahnungsloser mal wieder einmischen. Ich war bei dem Gig von Hanne dabei. Als die ersten Töne von "Where the Streets have no name" erklangen, habe ich mich ernsthaft gefragt: Wie zur Hölle macht er das? Die Aufklärung kam später. The winner is Sören!
Es klang wie das Original,..........wenn nicht besser.

Sigi
 
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