Lockingmechaniken bei dicken Saiten

Andy

Well-known member
Axe-Fest 2017 Teilnehmer
Axe-Fest 2020 Online Teilnehmer
Mitglied seit
Okt 21, 2012
Beiträge
6.881
Hab auch drei Gibson, eine Les Paul, ne Explorer und ne V. Obwohl die Paula irgend eine Traditional Pro oder Pro 2, nebennausgemachtes Teil ist, find ich die Klasse. Die Explorer ist auch so eine Sondernserie und lässt sich ebenfalls gut spielen und klingt gut. Die V ist so ein Faded vintage Gelumpe. Die ist nichts und die kann auch nichts. ... Ich hab die Locking Mechaniken eigentlich auch aus Gründen der Verstimmfreiheit eingebaut, der Erfolg war da ... naja... lag wie gesagt eher am Sattel. Ich mag diese Locking Dinger aber trotzdem, weil man nicht so viel kurbeln muss. Durchstecken, halbe bis ganz Umdrehung und passt.
 

Andy

Well-known member
Axe-Fest 2017 Teilnehmer
Axe-Fest 2020 Online Teilnehmer
Mitglied seit
Okt 21, 2012
Beiträge
6.881
Also bei meiner Explorer sind die Schaller M6 6 L (weil die nur in eine Reihe gehen mit dem Hockeyschläger Headstock) verbaut und dort passt die 64er E oder H Saite durch. Es wird bei dicken Seiten immer etwas fummelig, ist dann so der Grenzbrereich, dass dir die Schraube zum Klemmen fast schon runterfällt aber ich finde es geht noch. Das ist bei den anderen Fabrikaten, die ich habe aber auch so.
 

szie666

New member
Mitglied seit
Nov 8, 2012
Beiträge
6
Also bei meiner Explorer sind die Schaller M6 6 L (weil die nur in eine Reihe gehen mit dem Hockeyschläger Headstock) verbaut und dort passt die 64er E oder H Saite durch. Es wird bei dicken Seiten immer etwas fummelig, ist dann so der Grenzbrereich, dass dir die Schraube zum Klemmen fast schon runterfällt aber ich finde es geht noch. Das ist bei den anderen Fabrikaten, die ich habe aber auch so.
Super, dann werde ich es auch versuchen. Besten Dank fürs nachschauen!


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
 

belphegor

Active member
Mitglied seit
Mrz 5, 2019
Beiträge
262
Danke für die vielen Rückmeldungen und Hinweise!
Das mit dem Sattel ist natürlich richtig. Ich hatte die Gitarre als ich sie noch regelmäßig spielte, von einem befreundeten Gitarrenbauer auf genau diese Saitenstärke einstellen lassen. Dabei wurde auch der Sattel nachgefeilt. Werde aber noch einmal nachschauen ob da ggf. noch mal nachgearbeitet werden muss.
Der Hinweis zum Stop-Tailpiece ist interessant. Kannte ich tatsächlich nicht!
Was natürlich auch gut funktioniert, ist ein Messing-Sattel.
Ich habe mir vor längerer Zeit auf meine Godin XTSA einen höhenverstellbaren installiert.
Vorteil einerseits, dass auch die Leersaiten klingen wie bei einem Nullbund,
andererseits ist ein gut polierter Messingsattel nahezu reibungsfrei und zumindest an dieser Stelle des
Systems entstehen keine verklemmten Saiten.
Letzteres ist ja beim Sattel der Hauptgrund, warum man immer wieder verstimmte Saiten hat.
Und man kann, wenn er höhenverstellbar ist, die perfekte Höhe der Sattelkerben einstellen.
Das kommt dann einerseits der Bespielbarkeit und andererseits der geringeren Verstimmung bei Harmonien zugute,
die in den ersten Lagen gegriffen werden (typisches G-Saiten-Problem bei Les Pauls zBsp.).
 

funkstation777

Well-known member
Axe-Fest 2017 Teilnehmer
Axe-Fest 2018 Teilnehmer
Axe-Fest 2019 Teilnehmer
Axe-Fest 2020 Online Teilnehmer
Mitglied seit
Okt 7, 2012
Beiträge
5.570
Auf meiner RGD7 Uppercut werden standardmässig die Gotoh Lockings verbaut. Da passt alles durch und sie sind besser und stabiler als die Sperzel und Schaller Lockings, die ich vorher auf anderen Gitarren hatte.
Kommende Woche kommt eine RGD2127FX ins Haus, die wird dann mit den Gothos nacgerüstet.
 

Andy

Well-known member
Axe-Fest 2017 Teilnehmer
Axe-Fest 2020 Online Teilnehmer
Mitglied seit
Okt 21, 2012
Beiträge
6.881
Was natürlich auch gut funktioniert, ist ein Messing-Sattel.
Ich habe mir vor längerer Zeit auf meine Godin XTSA einen höhenverstellbaren installiert.
Vorteil einerseits, dass auch die Leersaiten klingen wie bei einem Nullbund,
andererseits ist ein gut polierter Messingsattel nahezu reibungsfrei und zumindest an dieser Stelle des
Systems entstehen keine verklemmten Saiten.
Letzteres ist ja beim Sattel der Hauptgrund, warum man immer wieder verstimmte Saiten hat.
Und man kann, wenn er höhenverstellbar ist, die perfekte Höhe der Sattelkerben einstellen.
Das kommt dann einerseits der Bespielbarkeit und andererseits der geringeren Verstimmung bei npassenHarmonien zugute,
die in den ersten Lagen gegriffen werden (typisches G-Saiten-Problem bei Les Pauls zBsp.).
Den Webster Sattel hab ich auch auf einer alten Ibanez verbaut. Stimmt,den find ich eigentlich auch nicht schlecht. Hätte bei der Les Paul sogar den Vorteil, dass man durch Verdrehen der Schraube den Winkel anpassen könnte, ohne Sattel Feile..


Das mit wraparound probier ich beim nächsten Saitenwechsel mal aus
 

Solyth

Well-known member
Mitglied seit
Jan 25, 2013
Beiträge
1.477
Den Webster Sattel hatt ich auch mal. Seit ich den auf ner ollen Les Paul gegen nen Knochensattel getausch hab, klingt die mindestens 10mal geiler.
Das Herumführen der Saiten ums Tailpiece macht bei niedrig eingestellter Saitenlage oft ein Nachjustieren der Brücke erforderlich. Es erleichtert das Saitenziehen, aber das Spielgefühl muss man mögen. Für mich ist das nix.
 

Andy

Well-known member
Axe-Fest 2017 Teilnehmer
Axe-Fest 2020 Online Teilnehmer
Mitglied seit
Okt 21, 2012
Beiträge
6.881
Auf meiner RGD7 Uppercut werden standardmässig die Gotoh Lockings verbaut. Da passt alles durch und sie sind besser und stabiler als die Sperzel und Schaller Lockings, die ich vorher auf anderen Gitarren hatte.
Kommende Woche kommt eine RGD2127FX ins Haus, die wird dann mit den Gothos nacgerüstet.
Ich hab nie einen A - B Vergleich zwischen denen gemacht. Gut zu wissen 👍
 

belphegor

Active member
Mitglied seit
Mrz 5, 2019
Beiträge
262
Den Webster Sattel hab ich auch auf einer alten Ibanez verbaut. Stimmt,den find ich eigentlich auch nicht schlecht. Hätte bei der Les Paul sogar den Vorteil, dass man durch Verdrehen der Schraube den Winkel anpassen könnte, ohne Sattel Feile..

Das mit wraparound probier ich beim nächsten Saitenwechsel mal aus
Auch an Dich @Solyth

Moinsen Jungs;
Da muss ich eine Korrektur vornehmen ;-)

In der Tat habe auch ich einen Webster-Sattel auf einer 1970er Ibanez.
Meine erste selbstverdiente (nein nicht der Taler von Onkel Dagobert) Gitarre, 12-string Dreadnought.
Anfang der 70iger fing ich nach Kottke und 12-string mit Lämmerhirt/Wader und Fingerpicking an.
Darum habe ich sie auf 6 Saiten umgerüstet und dazu gleich einen Webster verbaut.
Fingerpicking zu lernen ist auf 6 Saiten zunächst sinnvoller.
Da ich damals, was handwerkliche Dinge betrifft, genauso pingelig war wie heute, fiel mir als erstes mal auf,
dass bei 2 Schrauben die Kerbung (=Satelkerbe) nicht exakt mittig lag.
Das hat mich damals sehr geärgert, weil sich dadurch natürlich das Spacing unregelmäßig verändert.
Zum Glück immer nur bei einer der beiden Kerbungen, sodass eine Vierteldrehung der beiden Schrauben
das Problem kompensierte.
Ansonsten hat der Sattel fast 30 Jahre einen guten Job gemacht
Insgesamt fand ich die Fertigungsqualität damals aber ausbaufähig.
Das hat sich möglicherweise in den Jahren danach geändert.
Die Klampfe steht hier immer noch; allerdings verlebt sie ihre wohlverdiente Rente

Anfang der 2000er habe ich mich wieder mit Messingsätteln beschäftigt.
Da war allerdings klar, dass nur noch ordentliche, massive infrage kommen.
Am besten gleich höhenverstellbare, um die Höhe der Sattelkerben optimal einzustellen.
So bin ich auf diesen hier gestoßen:

8301383014830158301683017

Habe gerade mal nachgesehen und finde blöderweise die Unterlagen nicht, wo ich die bestellt habe.
Muss ich unbedingt mal nachsehen.

Der Sattel ist 2-teilig.
Das untere Teil wird plan und bündig auf das Holz geschraubt.
Dieses Unterteil hat dazu rechts und links der Mitte 2 Bohrungen, um es zu verschrauben.
In der Mitte befindet sich eine weitere Bohrung mit Gewinde.
Das Oberteil hat, wie man in der Aufsicht gut sehen kann, 2 durchgehende Bohrungen,
in denen 2 Madenschrauben sitzen. Diese lassen sich an der Unterseite beliebig weit herausschrauben,
und liegen dann auf dem Unterteil auf (und schaffen so den Abstand).
Wenn man die gewünschte Höhe des eigentlichen Sattels (Oberteil) eingestellt hat, zieht man
die mittig im Oberteil sitzende Schlitzschraube einfach fest.
Das Oberteil hat dazu kein Gewinde in der Bohrung.
Sodass > In der Mitte des Unterteils befindet sich eine weitere Bohrung mit Gewinde <
Ober- und Unterteil fest miteinander verbunden sind.

Weiterer Vorteil dieses Sattels; Sollte sich doch mal im Laufe der Zeit durch die gewickelten Saiten
Material in den Sattelkerben abtragen, kann man den Satell einfach einen Tick hochdrehen,
um das Ganze wieder auszugleichen.

Und was ich gegenüber dem Webster als deutlichen Vorteil ansehe ist die Tatsache, dass ich vernünftige,
gut ausgeführte Satellkerben habe.
Vor dem Einbau habe ich alles inkl. Kerben schön mit nem Dremel poliert.
Das sind definitiv die besten Sättel, die ich in Gebrauch habe.
Neben den schwarzen TUSC.

Worauf man achten sollte ist, dass man Höhenverstellungen nur vornimmt, nachdem man die Saiten
komplett entspannt und die Feststellschraube in der Mitte gelöst hat.
Es empfiehlt sich nämlich, die Madenschrauben nicht unter Druck zu verstellen, um Gewinde,
insbesondere aber die Unterseite der Schrauben und die Auflageseite des Unterteils zu schonen.

Was beim Einbau noch zu beachten ist:
Die Positionen der beiden Schraubenlöcher im Unterteil, zur Befestigung desselben auf dem Holz,
müssen hinsichtlich ihres Abstands zu der Aussparung für die Stellschraube des Truss-Rods passen.
Bei meiner Godin war gerade noch genug Abstand (ergo Holz) zwischen Schraube und Aussparung,
da sie bei der Gitarre etwas breiter ausfällt, als bei anderen Gitarren.

Man sollte daher auf jeden Fall die beiden Schraubenlöcher vorbohren.
Gehört sich bei solchen Arbeiten ohnehin, wenn es ordentlich sein soll.
Ich mache es mit nem Dremel und einem 1mm Bohrer;
gebohrt wird zu ca. 50% der späteren Verschraubungstiefe, mehr nicht.
Da eine Schraube, unvorbereitet in's Holz geschraubt, Holz verdrängt, hat man ansonsten ggf. 2 Probleme.
Erstens wird etwas Holz nach oben Richtung Schraubenkopf transportiert; das lagert sich dann ggf. zwischen
Unterteil und Kopfplatte ab und verhindert ein planes, bündiges Aufliegen des Unterteils.
Zweitens übt der Schraubenschaft seitlichen Druck im Schraubenloch aus.
Das kann ggf. schnell mal dazu führen, dass das Holz auf der Seite zur Aussparung der Truss-Rod-Schraube
hin bricht, wenn das Schraubenloch zu dicht an der Aussparung sitzt.
Nach dem Vorbohren die Aufkantung am Bohrloch entgraten!

Das war es eigentlich.
Dauert etwas länger, als einen normalen Sattel einkleben.
Allerdings, wenn man den normalen TUSC o.ä. erst noch an den Seiten rund feilen und die Stege
unten abfeilen muss etc., relativiert sich das wieder ein wenig mehr.

Un nu hab ich Hunger und deshalb suche ich auch nicht mehr nach Rechtschreibfehlern ;-)
 

Felix

Active member
Mitglied seit
Aug 6, 2019
Beiträge
263
Sagmal, die Kerben sehen gerade bei den Diskantseiten sehr breit bzw großzügig aus. Scheppert das nicht?
 

belphegor

Active member
Mitglied seit
Mrz 5, 2019
Beiträge
262
Sagmal, die Kerben sehen gerade bei den Diskantseiten sehr breit bzw großzügig aus. Scheppert das nicht?
Nein, überhaupt nicht.
Die waren bereits so produziert.
Ich habe den Sattel nur noch gut maschinell poliert.
Bisher funktionierte das System problemlos mit 11er & 10er Saiten.
Die Saiten liegen in den Kerben perfekt.
Das ist oft eine Frage der korrekten Kerb-Größe.
Ansonsten liegt die Saite ggf. nicht sauber in der Kerbe und produziert
beim schwingen die störenden Nebengeräusche.
Man sollte bei herkömmlichen Sätteln also möglichst die richtige Feilenstärke
verwenden, um das Problem zu umgehen.
Und der Kerbverlauf, nicht rund (mit Buckel) und leicht nach hinten Richtung
Kopfplatte, ist wichtig.
 
Oben